Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes. Der Boden ist mit Schneematsch bedeckt und es fällt Graupel. Also setzen wir uns noch gemütlich in das Restaurant und futtern unser Frühstück. Es gibt in Massen Wurst und Fleisch. Kein Wunder - zur Herberge gehört eine Fleischerei. Ist wohl besser, wenn ich nichts davon, sage, dass ich Vegetarier bin... ![]() Nahe der Saalequelle Auf der langen Abfahrt nach Gefrees ergreift uns die Kaltfront, von der gestern im Wetterbericht gesprochen wurde. Es wird unangenehm kalt und wir verziehen uns erst einmal in eine warme Supermarkt-Bäckerei, um dort etwas zu futtern. Von Gefrees geht es wieder steil bergauf. Wir möchten durch ein kleines Tal weiter, das abseits aller Hauptstraßen liegt und durch das es laut Karte, hoffen wir, nur an einem Bach entlang bergab gehen sollte. Hier bekommen wir erst die Ausläufer des Fichtelgebirges zu spüren, an dessen nördlichem Rand wir den ganzen Tag entlang gefahren sind. In einem kleinen Dorf namens Metzlersreuth wissen wir nicht mehr so recht weiter und ich frage einen Landwirt. Der zeigt auf einen kleinen Feldweg hinter seinem Hof. Das wäre die "Straße" zum nächsten Dorf im Tal. Hola! Eigentlich hatte ich mir von der Karte mehr versprochen, aber irgendwie geht es schon weiter. Und außerdem wäre es wohl nett, wieder zurück in die "Zivilisation" zu kommen, bevor es dunkel wird. Hier kann man die Landschaft wieder genießen. Das Tal liegt windgeschützt. Wir kommen an einem Gehege mit vielen Rehen und Hirschen vorbei. Am Ende führt die Straße mit heftigem Gefälle bergab und plötzlich finden wir uns im Zentrum des schönen Städtchens Bad Berneck wieder. ![]() Einsames Tal Von hier an geht es wieder über Hauptstraßen und gut ausgebaute Nebenstraßen weiter nach Bayreuth - das vorläufige Ziel dieser Reise. Ich weiß immer noch nicht, wie es danach weitergehen soll. Das Wetter auf dieser Tour ist doch recht ungemütlich und in Saalfeld ist mir der fixe Gedanke in den Kopf gekommen, dass ich doch einen Flug nach Tunesien für den Rest meines Urlaubes buchen könnte. Warum nicht? Genug Urlaubstage habe ich noch über und schaden kann so ein kleiner "Folgeurlaub" in der Sahara - der Wüste, die ich schon immer mal mit eigenen Augen sehen wollte - auch nicht. ![]() Bayreuth Vom Flughafen Bayreuths geht es dann endlich. Ab hier kennt sich Felix wieder gut aus und kann mich über Wege führen, die aus meiner Karte niemals ersichtlich gewesen wären. Wir folgen der Bahnlinie von Bindlach bis in die Innenstadt von Bayreuth. In Nähe vom Opernhaus reißt Felix sein Schutzblech aus und er muss es reparieren. Kaum sind wir stehen geblieben, kommt eine junge Frau auf uns zu und fragt uns ob wir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen würden. Was?? Jetzt bin ich total baff! Felix hat mir die ganze Zeit davon erzählt, wie stur die Bayreuther und Franken im allgemeinen seien. Jetzt sind wir kaum in der Stadt und man will uns ohne gefragt zu werden helfen? Wir lehnen dankend ab und Felix widmet sich wieder seinem Schutzblech. Ich kann das immer noch nicht so ganz glauben und frage ihn, was das da eben war. Er erklärt dass damit, dass die "bestimmt nicht von hier kamen".
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