Ob wir es wollen oder nicht: Um 13:50 Uhr geht unser Flugzeug in die Heimat. Wir haben also noch genug Zeit, um kurz ins Deira City Center zu fahren und uns dort noch schnell ein paar kleine Souvenirs zu kaufen. Sebastian, der eingefleischte Hamburger, kann es gar nicht fassen, dass man in Dubai Holsten-Bier kaufen kann...
Da der Flughafen von Dubai sich im Umbau befindet, müssen wir das Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abstellen.Sebastian geht schon einmal in die Abflughalle, während ich "mal eben" zur Autovermietung in die Ankunftshalle gehen will. Bei der Autovermietung kommt dann die Frage: "Sie haben den Wagen doch vollgetankt?" Im selben Moment bricht 5 Meter neben mir ein Teil der Decke scheppernd auf den Boden. Zwei gerade angekommene Flugreisende stehen fassungslos mit ihrem Gepäckwagen vor den Trümmern und wissen nicht was sie sagen sollen. Sie wurden fast getroffen. Sekunden später lugt ein schmächtiger Inder oben aus der Decke. Er kommt kaum noch dazu ein "Solly!" zu trällern, da stehen unter ihm schon sämtliche Sicherheitskräfte, die ihn verbal zu Kleinholz machen. Ihre Gesichter sind kreidebleich - so erschrocken haben sie sich: "Jag uns ja nie wieder so einen Schrecken ein!".
Jaja, der wunderbare, hochnoble Flughafen von Dubai. Zwei Monate später lese ich in der Zeitung, dass auf dem Flughafen Dubai 5 Bauarbeiter von einer einstürzenden Wand erschlagen wurden. Da wundert einen doch gar nichts mehr...
"Der Wagen ist aufgetankt?", fragt mich der Angestellte noch einmal, nachdem wir uns wieder gefasst haben.
Jetzt werde ich kreidebleich im Gesicht. Sch... Mist! Ich renne sofort los, um den Wagen aufzutanken und sage vorher noch schnell Sebastian bescheid. Doch wo auftanken? Ausgerechnet jetzt beginnt die alltägliche Rush-Hour zur Mittagszeit. Es ist Sonntag und alle Leute sind wieder bei der Arbeit. Das fehlte auch noch! Ich verfahre mich ein paar mal, bis ich endlich eine Tankstelle an meiner Straßenseite finde. Danach ist es gar nicht so einfach, ohne Auffahrt wieder auf die Autobahn zu kommen, auf der der dichte Verkehr mit 100km/h vorbeibraust. Doch ich muss das Flugzeug noch erreichen und schaffe es - mit qietschenden Reifen - auf die Autobahn. Aus der halben Stunde ist inzwischen weit über eine Stunde beworden. Sebastian ist alles andere als gut gelaunt und schreibt mir andauernd SMS wie "Definiere 'gleich'". Wir erreichen das Flugzeug gerade noch zum "Last Call". Uff! Geschafft!
Es ist fast so, als wenn uns Dubai unbedingt hier behalten wollte. Sicher, um uns noch unser allerletztes Geld abzunöpfen. Doch wir haben es geschafft! Nie wieder werden wir nach Dubai kommen bevor wir nicht Millionäre sind...

Ach, und im Flugzeug läuft natürlich wieder "Hellboy" im Fernsehen...
Nach 6 Stunden Flug sehen wir wieder grüne Landschaften unter uns. Über kleine Eifeldörfer nähern wir uns Frankfurt. Hier heißt es Abschied nehmen. Ich sitze noch zwei Stunden mit Sebastian zusammen am Hamburger Gate und lasse den Urlaub ausklingen. Zusammen war es doch eine wunderbare Zeit. Ina sagte uns zwar die ganze Zeit, dass wir uns immer "wie ein altes Ehepaar" streiten würden, aber trotzdem haben wir es noch sehr gut zusammen ausgehalten.
Komisch. Irgendwie kommen mir die Hamburger am Gate überhaupt nicht mehr so unfreundlich vor, wie bei meiner Rückkehr vor drei Jahren. Ist das vielleicht eine Sache der Perspektive?
Flughafen Frankfurt
Als ich nach Sebastians Abflug zum Paderborner Gate gehe, beginnt es schon: Die ersten nörgeln über den kleinen Bus, mit dem wir zum Flugzeug fahren müssen. Dann wird über das kleine Flugzeug gemeckert, mit dem wir nach Paderborn propellern sollen. Das wäre ja wohl eine Zumutung! Und zuguterletzt kommt man sich noch gegenseitig in die Haare, weil einige Passagiere das Handgepäck nicht so schnell wegpacken, wie andere es gerne hätten. Dieses Gemeckere geht so lange bis alle ihr Gepäck in Paderborn in Empfang genommen haben. Jaja, die Westfalen. Ein nettes Völkchen...
Da fühlt man sich gleich wieder zu Hause...
| Tag 25: |
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Dubai - Paderborn |
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