Ein letzter Tag in Bangkok

Am Morgen bringen wir unsere dreckigen Klamotten in die Wäscherei eines vernünftigen Guesthouses. Dann lassen wir uns zur Panthip Plaza fahren, dem größten Computer- und Elektronik-Einkaufszentrum in Thailand. Ich halte nur nach ein paar CDs Ausschau, während Sebastian sich erfolglos nach einem günstigen iPod umsieht. Auch er scheint das Anfangs so große Interesse an dieser Stadt so langsam verloren zu haben.

Wir sind beide ein wenig gereizt. Andauernd werden wir von allen Seiten mit "Sexy Video?", "Ey Mister! Sexy Video?" angesprochen. Diese aufdringlichen Schwarzmarkt-Händler - die bereits jede thailändische Zurückhaltung verloren haben - gehen immer mehr auf die Nerven. Und sobald man sie mit einer angenervten Handbewegung zurückweist, werden sie auch noch frech. Dumm nur, dass die Idioten in der Überzahl sind...


Panthip Plaza

Auch Mönche leben nicht nur von Luft und Liebe

Und so ergibt es sich, dass wir den größten Teil des Tages entweder im Skytrain oder auf dem Bayoke Tower II verbringen. Der Skytrain ist ein gemütliches Mittel, um einmal quer durch die Stadt zu kommen, und dabei eine Menge zu sehen. Immer wieder fällt mir auf, dass sich in den letzten 3 Jahren sehr viel geändert hat.
Der Markt in Patpong lässt sich überhaupt nicht mehr genießen. Die Händler sind um einiges aufdringlicher geworden, die Schlepper vor den Nightclubs ebenfalls. Dazu ist der Markt inzwischen so aufgebaut worden, dass man vor den Nightclubs zwangsläufig vorbeilaufen muss. Vorher konnte man hier noch kleine aus Draht geflechtete Fahrräder für eine Mark das Stück erstehen. Inzwischen liegt der Preis bei drei Euro.
Auch der Bootsanleger an der Skytrain-Endstation Saphan Taksin hat sich verändert. Während hier vor drei Jahren noch wenige Longboat-Fahrer um die Gunst der Touristen gebuhlt und kleine Welpen herumgetollt haben, wirkt die Geschäftigkeit von heute eher einem Hauptbahnhof.

Durch Zufall entdecken wir, dass es inzwischen sogar eine U-Bahn, den MRTA, gibt, über den selbst in unserem nagelneuen Reiseführer noch nichts zu finden ist. Die Stationen sind noch nagelneu und steril. Nicht einmal Werbung befindet sich an den Wänden. Alles erinnert sehr an Singapur. Und doch ist es nur eine Insel der Sauberkeit in einer der dreckigsten Städte der Welt.
Doch Bangkok entwickelt sich. Und zwar rasend schnell. Vielleicht zu schnell?

Bei dieser ganzen Hektik ergibt es sich nicht von ungefähr, dass wir die meiste Zeit des Tages auf dem Bayoke II Tower verbringen. Er ist mit 309 Metern das höchste Bauwerk Thailands und das angeblich höchste Hotel der Welt (mal ganz abgesehen davon, dass der größte Teil des Wolkenkratzers nicht verwendet wird). Weniger als eine Minute braucht man, um per Außenaufzug (!) in den 77. Stock befördert zu werden. Und danach bietet sich ein Ausblick, der seinesgleichen sucht...











Unser Flugzeug verlässt Bangkok um 1:25 Uhr in der Nacht. Es geht zurück in die Wüste der Arabischen Emirate. Gerne trennen wir uns von Bangkok - doch sehr ungern von Thailand. Und ganz besonders werden wir die wunderbare Inselwelt um Koh Tao vermissen...

Tag 22:
Bangkok


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