Ein Monsun? Der zieht vorbei!

Heute ist unser letzter Tag auf Koh Tao. Wir haben unseren Aufenthalt hier so lange hinausgezögert, dass wir spätestens morgen nach Bangkok zurückmüssen, um unseren Rückflug noch zu erreichen. Eigentlich hatten wir noch geplant nach Koh Pagnan, Koh Samui und in den Kao Sok Nationalpark zu fahren. Alles haben wir über den Haufen geworfen. Wir sind auf dieser schönen Insel hier einfach hängen geblieben...

Gestern haben wir unseren Advanced Tauchkurs beendet und möchten uns heute endlich auch noch ein wenig von der Insel ansehen. Außer der Unterwasserwelt, Sairee "City" und Mae Hat "Capital" haben wir bis jetzt nicht viel gesehen. Es ist mal wieder richtig heiß und die Sonne brennt auf uns nieder. Wir gehen zu Fuß in Richtung Mae Hat und halten nach Fahrrädern zum Mieten Ausschau. Fast alle 20 Meter kann man Mofas leihen, doch das Risoko wollen wir gar nicht erst eingehen. Die einzigen Mietfahrräder, die wir entdecken, scheinen eher für Pygmäen gebaut worden zu sein. Womit Sebastian mit seinen 2 Metern Körpergröße so seine Probleme hat...


Mae Hat "Capital"

Also laufen wir zu Fuß weiter. Wir durchqueren die "Hauptstadt" der Insel und gehen auf kleinen Wanderwegen mitten durch Resorts nach Süden. Wie gut, dass wir uns in den Resorts äußerlich nicht von den restlichen Touristen unterscheiden und sie einfach so durchqueren können. Thailänder scheinen hier nur als Gepäckträger und Restauranthilfen akzeptiert zu werden.
Doch je weiter wir uns von Mae Hat entfernen, desto uriger wird alles. Wird an den ersten Stränden, die wir überqueren, sogar noch Eintritt für's Baden verlangt, so sind in den folgenden Dörfern nur noch Hippie-ähnliche Kommunen und viele Thailänder zu sehen.
Wir durchqueren dichten Urwald und große Palmenhaine, in denen wir uns vor Kokosnüssen in Acht nehmen müssen. Wer weiß auch schon, dass in Thailand jährlich mehr Menschen durch Kokosnüsse als durch Hai-Attacken getötet werden...



Bei unserer Wanderung beäugen wir die dunkle Wolkenfront im Westen immer argwöhnischer. Sebastian ist der festen Überzeugung, dass gleich ein Monsunregen über uns hereinbrechen wird. Ich, in meinem Optimismus, bin davon überzeugt, dass er vorbeizieht. Doch meine Wetterprognosen bewahrheiten sich doch nur relativ selten (wie meine Eltern schon in den Pyrenäen erfahren mussten...).
In einem kleinen Dorf beobachten wir die Wolkenwand noch einmal etwas genauer. Und nun geht alles in Sekundenschnelle. In kürzester Zeit zieht eine tiefdunkle Wolkenwand über unsere Köpfe weg. Wenig später beginnt es zu stürmen, dass sich die Palmen im Wind biegen. Dann kommt der Regen und wir können uns gerade noch in ein kleines Guesthouse retten.



Ist das überhaupt ein Guesthouse? Wir sind uns nicht ganz sicher. Die einzigen beiden 4 Gäste sind zwei Holländer in etwa unserem Alter mit zwei leicht bekleideten Thailänderinnen im Schlepptau. Deren Beziehung untereinander ist doch ziemlich eindeutig. Dazu scheint es zwischen ihnen gerade zu krieseln und die Guesthouse-"Mutter" wird immer wieder herangerufen, damit sie den Holländern für ihre Mädchen etwas übersetzen kann. Tolle Kommunikation...
Außer ihnen, dem kleinen Hund und einem nervigen Hahn, können wir im ganzen Dorf niemanden ausmachen. Dazu sind wir mehere Kilometer von der nächsten Straße im Inselinneren entfernt. Wir sind nicht einmal sicher, ob dort ein Pick-Up fährt, der uns mitnehmen könnte. So entschließen wir uns zu Fuß zurückzugehen, als der Regen ein wenig nachlässt. Bei unserer Ankunft im Bungalow sind wir trotzdem klatschnass. Und es regnet immer noch...

Tag 20:
Koh Tao: Wanderung


Zurück | Übersicht | Weiter