In die Berge zu den Hmong und den Meo

TREKKING IS walking from village to village following scenic local trails. On Inthanon area treks we visit colourful Hilltribe people, the Karen from Burma and the Hmong / Meo whose origins are in China. Cosy evenings are spent by the fireside discussing, learning, exchanging experiences and information with your guide and fellow trekkers. Delicious meals, cooked by your guide, are eaten by candlelight as there is no electricity. Overnight in simple atmospheric Hilltribe houses.

Wie viele andere, stehen auch wir der Werbung des Guest- house anfangs noch ein wenig kritisch gegenüber. Von Chiang Mai aus organisierte Trekking- touren haben inzwischen einen oftmals derart schlechten Ruf, dass wir uns ernsthaft überlegt haben, ob wir an einer solchen Tour teilnehmen werden. Da werden oftmals Gewalttouren in entlegene Dschungeldörfer un- ternommen, deren "Einheimi- sche" weder aus diesen Dörfern stammen, noch wirklich wie Bergvölker leben. In dem riesigen Touristenauflauf zur Mittagsszeit soll es selbst schwierig werden, darunter überhaupt "Einheimische" aus- zumachen. Elefanten werden für Zirkus-Shows missbraucht und die bekannten "Langhalsfrauen" mit den goldenen Ringen um den Hals lassen sich diesen Schmuck schon längst nicht mehr aus "Spaß an der Freude", sondern aus eher finanziellen Gründen anlegen.
Doch im Laufe der nächsten Tage erfahren wir, dass es extrem positive Ausnahmen gibt...


Unser Hintern schmerzt - Die Straße nimmt kein Ende

Allerdings wird unser Misstrauen gleich am Start der Tour geweckt. Ein Gruppenmitglied soll in der letzten Nacht erkrankt sein, und so wird es heute schon wieder nichts aus dem dreitägigen Treck in den Doi Inthanon Nationalpark. Doch dann bietet man uns an, an dem heute startenden Viertages-Treck teilzunehmen. Nach kurzer Zeit entscheiden wir uns dazu, und schon sitzen wir mit den anderen Gruppenmitgliedern auf dem Pick-Up.
In der Gruppe sind folgende:
Zwei englische Studenten, die schon seit einem Jahr auf Reise sind und in ein paar Wochen nach England zurückkehren möchten.
Ein englisches Pärchen aus London, das gerade seine einjährige Reise begonnen hat.
Zwei englische (schon wieder...) Medizinstudentinnen, die ähnlich wie wir nur 4 Wochen unterwegs sind.
Ein spanisches (!) Pärchen aus Barcelona (ich bin der erste in Thailand, den sie Spanisch sprechen hören ;-).
Dazu eine südafrikanische Familie mit ihrer kleinen Tochter. Sie wohnen in China und machen kurioserweise das erste Mal innerhalb Asiens Urlaub. Es wird sich noch herausstellen, dass die kleine - stets gut gelaunte Emily - die scheinbar beste Kondition von uns allen hat.
Und dann natürlich noch unser Guide Pon. Ein ebenfalls stets gut gelaunter Thailänder, der ursprünglich aus einem der Bergdörfer stammt.
In allem zusammen ergibt sich also eine klare englische Dominanz in der Gruppe - abgesehen davon macht es das aber sehr interessant.


Das Monster der buddhistischen Höhle...

Zu Beginn machen wir noch einen halbstüdigen Stopp auf dem Markt einer Kleinstadt. Was sich hier alles so auf den Tischen liegt, oder noch halbtot zappelt, lässt sich kaum beschreiben. Von links starrt einen ein ganzer Schweinekopf an, während rechts gerupfte Hühner an Drahtschlingen über klebrigen Maden und knusprigen Heuschrecken baumeln. Dazu überall Fliegen und ein leicht gewöhnungsbedürftiger Geruch.
Wenig später halten wir an einer buddhistischen Höhle, in der es haufenweise von Fledermäusen und riesigen Spinnen wimmelt. Die Fledermäuse reagieren sofort auf den Schein der Taschenlampen und fliegen wild durcheinander. Zwischendurch schalten wir sogar die Taschenlampen aus. Es ist kaum zu glauben, dass hier Mönche in absoluter Dunkelheit tagelang meditieren können...

Nach langer Fahrt - die Straße ist schon längst in Schotter übergegangen - endet sie endlich in einem kleinen Bergdorf. Zwischen kleinen Wellblechhäusern stehen erstaunlich viele Jeeps versteckt, die man den ärmlichen Menschen hier kaum zugetraut hätte. Ein Resultat des blühenden Drogenhandels in dieser Gegend, welche so nah an der burmesischen Grenze ist. Burma, das vergessene Land. Von hier so nah, aber doch unerreichbar. Schon seit jahrzehnten herrscht dort Bürgerkrieg und sowohl die Rebellen, als auch die Regierungstruppen sind in lebhaftem Drogenschmuggel verwickelt. Die Regierung dieses Landes hat es erstaunlich gut geschafft, sich nahezu komplett von der Außenwelt abzukapseln.
In dem Bergdorf schenkt man uns ungeteilte Aufmerksamkeit. Sofort sammeln sich ein paar Kinder mit ihren Müttern und beobachten uns aus sicherer Entfernung. Kaum nähere ich mich ihnen, verstecken sich die meisten Kinder hinter Büschen. Wenigstens für ein paar Sekunden. Bis die Neugierde siegt und sie doch wieder hervorkommen. Ich setze mich zu Ihnen und blicke mit Ihnen auf die komischen "Falangs" da unten beim Auto. Doch an Kommunikation ist nichts zu machen. Einfachste Gestiken, die in den meisten Teilen der Welt wohl jeder verstanden hätte, rufen hier einfach nur Unverständnis hervor. Das kleine Kind auf dem Schoß der Mutter fängt sofort zu weinen an, als ich sie anspreche. Erst langsam wird mir bewusst, dass in dieser Gegend wohl wirklich nicht oft Touristen zu sehen sind. Angeblich sind hier nur höchstens alle 2 Monate mal Touristen zu sehen.

Nun beginnt das eigentliche Trekking. Wir schnallen unsere Rucksäcke auf und gehen los. Erst geht es noch über eine recht gute Schotterstraße, doch nach kurzer Zeit biegen wir auf einen kleinen Dschungelpfad ab, den wir in den nächsten Tagen nur in den Dörfern verlassen werden. Mitten im Dschungel zeigt uns Pon einen kleinen Wasserfall mit braunem Schmutzwasser darin. Es ist Regenzeit. Alles ist entsprechend feucht und viel Erdreich wird in den Fluss gespült.
Pon zieht sich die Badehose an und springt in den Tümpel. Matt springt ihm hinterher und Sebastian und ich folgen ein wenig misstrauisch. Das Wasser ist herrlich erfrischend. Wir sind bis jetzt zwar erst wenige Kilometer gelaufen, doch unsere ganze Kleidung ist schon durchgeschwitzt. Unter diesen Umständen besiegt man auch die Angst vor Blutegeln und Schmutzwasser.

Wir laufen mehrere Stunden durch Reisfelder und Dschungel, bis wir in der Dämmerung ein kleines Dorf erreichen. Für uns steht eine eigene Unterkunft zur Verfügung: Eine auf Stelzen gebaute Bambushütte. Unter Moskitonetzen wurden Decken für uns auf den Boden gelegt, auf denen wir in der Nacht schlafen können. Und dazu dürfen wir sogar den Luxus einer kleinen Toilette genießen. Gespült wird mit einer kleinen Schöpfkelle aus einem Wassereimer, der gleichzeitig auch das Wasser zum Händewaschen bietet. Ob das "Geschäft" gleich nach dem Spülen in den Fluss flutscht - darum machen wir uns hier lieber keine Sorgen. Es reicht schon, dass wir in dem Fluss baden. Und eine Kläranlage wird es hier weit und breit niemals geben - was ohne Strom sowieso ziemlich schwer zu bewerkstelligen wäre.
So sitzen wir am Abend noch lange bei gemütlichem Kerzenlicht und haufenweise Moskitos in der Runde und erzählen über Gott und die Welt...

Am folgenden Morgen werde ich von lautem Stöhnen geweckt. Hmm?... Durch die Spalten der Bambuswand neben meinem Kopf erkenne ich nur eine große, sich bewegende, graue Fläche. Spinne ich, oder ist es die Möglichkeit, was da draußen herumstapft? Ich glaube, ich sollte weiterschlafen. Ein Elefant... ich sollte wohl doch lieber noch eine Mütze schlafen...
Wenig später wird mir dann bewusst, dass wir ja heute auf solchen Viechern reiten wollten. Wenn ich mich recht erinnere... Ich stehe also doch auf. Aus dem morgendlichen Bad wird nichts - ein paar Elefanten werden von ihren "Herrchen" gewaschen und haben die Badestelle in eine Schlammkuhle verwandelt.
Nach dem Frühstück werden die Tiere mit riesigen Holzgestellen gesattelt und über einen Hochstand müssen wir auf sie hinaufsteigen. Hmpf... mein Fahrrad ist mir lieber!
Aber wenigstens muss ich nicht wie Tony wegen Platzmangel auf dem Hals eines solchen verrückten Elefanten sitzen. Das Tier denkt nur ans Fressen und läuft oftmals mit seinen "Reitern" quer in die Büsche, während die "Herrchen" es versuchen mit leichten Stockschlägen zurück auf den Pfad zu bringen. Und der Elefant vor uns hat auch noch Blähungen. Bäh! Na, prost Mahlzeit!


Tag 7:
Trekking Doi Inthanon
Tag 8:
Trekking Doi Inthanon


Zurück | Übersicht | Weiter