Ankunft in Bangkok

In der Abenddämmerung setzt die Maschine der Emirates Airlines in Bangkok auf. Vorbei an der überdimensionalen Golfanlage, die sich mitten auf dem Airport ausbreitet, rollen wir zum Terminal. Schon beim Aussteigen bemerke ich diesen starken Geruch von Abgasen und asiatischem Essen, der für Bangkok so typisch ist.
Wir schaffen es, uns zwischen den Taxifahrern zum Airport-Bus durchzuschlagen. Es klappt soweit alles ganz gut und wir können uns endlich in das "Abenteuer" Backpacker-Leben stürzen. Dazu ist es herrlich feuchtwarm - wie gut, das wir von Dubai schon deutlich abgehärteter sind, und uns über die 35°C mit starker Luftfeuchtigkeit in Bangkok nur freuen können. Dazu sind wir nicht die einzigen Backpacker hier. Genau genommen sind es in Thailand derart viele, dass die Kommunikation untereinander schon recht schwer fällt.
Der Airport-Bus bringt uns für 100 Baht pro Person (ca. 2 Euro) in die Nähe der Kaosan Road; jener berühmt-berüchtigten Straße aus dem Film "The Beach". Sie ist inzwischen zu einem riesigen Touristenmagneten mutiert. Mit unseren schweren Rucksäcken bahnen wir uns einen Weg durch das bunte Treiben auf dieser Straße: Durch Ballonverkäufer, Zöpfe flechtende und bettelnde Kinder, Krüppel, zahlreiche Transvestiten, offensichtlich wahnsinnig gewordene, oder auch einfach betrunkene Nordamerikaner und Europäer, drängelnde Taxifahrer und eben auch viele Touristen. Unser Ziel ist ein kleines Guesthouse in einer Seitenstraße am anderen Ende der Kaosan Road. Wir haben uns in unserem Reiseführer eine möglichst billige Option ohne Klimaanlage ausgesucht und erwarten nicht viel.
Hinter seinen auf dem Tresen liegenden Füßen sitzt der kleine Besitzer der Herberge. Ja, ein Zimmer haben sie noch frei, sagt er uns freundlich. Wir können uns erst einmal eins aussuchen, dann duschen und brauchen uns später erst anzumelden. In den Zimmern ist es stickig heiß, Glas ist in den vergitterten Fenstern zum Glück keines vorhanden und so wählen wir ein Zimmer aus, in dem wenigstens noch ein leichter Lufthauch von draußen zu verspüren ist.
Der Kontrast zu unserem Hotelzimmer in Dubai könnte kaum größer sein. Dort hatten wir eine kräftige Klimaanlage. Hier nur einen knatternden Ventilator an der Decke. Die beiden quietschenden Stahlbetten haben modrige Matratzen. Aber immerhin müssen wir uns hier keine Bettdecke teilen - es gibt nämlich keine.
Wofür auch? Wenn man in dieser Hitze schlafen muss, ist man froh über jeden Lufthauch. Nach einer Weile kommt Sebastian entsetzt aus der einen Stockwerk tiefer gelegenen Dusche zurück: "Uaah! Ich habe gerade das größte Insekt in meinem Leben gesehen!"
Nun, immerhin kann man in dem kleinen Klo gleichzeitig duschen und Geschäfte erledigen. Wir müssen uns erst ein wenig daran gewöhnen, dass wir in den nächsten drei Wochen unser benutztes Klopapier nur noch in den bereitstehenden Abfalleimer werfen und mit einer Handkelle die "Klospülung betätigen". Sebastian treibt mich mehrmals zum Wahnsinn, da er absoluter Meister darin ist, ganze Klopapierrollen in Rekordzeit zu verbrauchen und dann auch noch zu vergessen, dass die in den Abfalleimer gehören. So wird das ein oder andere Badezimmer noch unfreiwillig zum Schwimmbad...


Die Kaosan Road

Unsere Mägen knurren noch von unserer unfreiwilligen Fastenzeit in Dubai. Es dauert also nicht lange, bis wir auf der Suche nach etwas Essbarem durch die Kaosan Road ziehen. Endlich kann ich wieder voll zuschlagen bei meinem geliebten Reis- und Nudelhaltigen Thaifood. Wir suchen uns ein Restaurant mit ausnehmend freundlicher weiblicher Bedienung aus. Nach einer Weile fällt uns auf, dass die Frauen hier doch irgendwie etwas komische sind. Hmm... wir sind also gleich zu Anfang in einem Restaurant gelandet, wo ausschließlich "Ladyboys" bedienen! Was soll's, das Essen ist super! Willkommen in Bangkok...

Tag 3:
Dubai-Bangkok


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