Tag 34: Scheffau am Wilden Kaiser - Haiming

Am Morgen gehe ich gleich in den Ort um mir was zu trinken und frische Brötchen zu kaufen. Wie gut das tut. Und es geht weiter...
Ich bleibe weiterhin auf dem Radweg in Richtung Inntal und es geht noch eine ganze Zeit lang bergauf. Während es endlich bergab geht, sehe ich neben mir einen Schatten auftauchen und kurz danach landet ein Paraglider neben mir. Hmm, eine Idee ist geboren...
Dann bin ich wieder im Inntal. Zwischenzeitlich verfahre ich mich und lande über einen Feldweg vor einem Bach, über den nur die Autobahnbrücke führt. Was soll ich jetzt tun? Nun... die Strömung dürfte nicht allzu stark sein und ein paar Häuser am anderen Ufer deuten auf eine Straße hin. Also trage ich mein Rad die Böschung herunter und ziehe die Schuhe aus. Die Strömung ist doch stärker als vermutet und ich habe Angst, dass mir das Rad verloren geht. Ein paar Meter weiter mündet der Bach in den Inn mit seiner weitaus gefährlicheren Strömung. Doch mein Rad und ich überstehen die Durchquerung gut. Einige Kilometer weiter finde ich den Inntalradweg wieder und komme wieder auf das mir bekannte Teilstück.

Bachdurchquerung
Bachdurchquerung

Die Sonne scheint schon den ganzen Tag und gegen 2 Uhr wird es unerträglich heiß. Es weht kein Lüftchen, wie das in Italien und Slovenien immer der Fall war. Von Zeit zu Zeit suche ich verzweifelt noch so kleine Schattenplätze auf. In Weer lege ich einen kurzen Stopp ein und besuche noch mal den Steixner Gasthof. Ich bedanke mich nochmals für die Übernachtungsmöglichkeit vor zwei Wochen. Ohne das warme Bett wäre ich sicherlich nie so weit gekommen. Innsbruck durchquere ich auf dem schnellsten möglichen Wege und möchte es heute noch bis zum Nordende des Ötztales schaffen. In der Dämmerung komme ich in Stams an. Ein Ort, der nur aus drei Hotels, zwei Skisprungschanzen, einem Kloster sowie einem Campingplatz besteht. Ich habe noch kein Abendessen und frage jemanden, ob man hier irgendwo etwas kaufen kann. Er sagt mir, dass das leider nicht möglich ist. Ich könne jedoch da vorne ins Kloster gehen. Der Bruder Johannes würde mir sicherlich eine Schale Suppe geben. Ich lehne dankend ab.
Auf dem Campingplatz werden 25,- DM für eine Nacht verlangt. Mir bleibt kaum etwas anderes übrig, auch wenn das Geld knapp ist. Dafür werde ich sicherlich etwas erwarten können. Wie ich in den steinernen Boden keine Heringe bekomme und die Cola aus dem Automaten 3,- DM kostet, entscheide ich mich zur Weiterfahrt. Ich frage nach, ob ich mein Geld zurückbekommen kann. "Aber natürlich!", lässt man mich mit einer stark aufgesetzten Freundlichkeit wissen. Wider Erwarten bekomme ich das Geld zurück und mache mich wieder auf den Weg.

Das Wettersteingebirge
Das Wettersteingebirge

Der nächste Ort namens Haiming kommt mir schon deutlich angenehmer vor. Ich finde einen billigen Campingplatz und im Ort gibt es Einkaufsmöglichkeiten. Morgen wird der letzte Tag dieser Tour sein...


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