Tag 25:Heiligenblut - Kötschach-Mauthen

Der Himmel zeigt sich grau in grau und die Feuchtigkeit der Luft scheint überall einzudringen. Nach dem Verlassen des Campingplatzes folge ich noch ein Stück dem Bach, dann geht es auf der Hauptstraße weiter.

Hinter Heiligenblut
Hinter Heiligenblut

Die Landschaft wäre bei Schönwetter sicherlich nett anzusehen. Doch heute verschwinden die steil an den Berghängen abfallenden Wasserfälle in einer dicken Wolkenschicht. Hin -und wieder regnet es. Die kaum befahrene Straße führt durch kleine Dörfer. Immer leicht bergab. So komme ich wenigstens heute Morgen schnell voran. Bei Winklern macht das Tal einen Knick nach Osten. Ich möchte weiter nach Süden und muss den Iselsberg Pass überqueren. Einige Kehren führen mich durch die feuchten Tannenwälder immer weiter bergauf. Nach einer kurzen Pinkelpause sehe ich einen schwer beladenen LKW, der sich mit Schritttempo den die Straße hinaufquält, hinter mir auftauchen. So'n Mist aber auch! Wenn der mich überholt, habe ich eine ganze Zeit lang eine qualmende Autoschlange an mir vorbeituckern. Das letzte Stück bis zur Passhöhe strample ich was das Zeug hält. Oben angekommen bleibe ich erst einmal stehen und lasse die ganze Kolonne dann endlich an mir vorbeifahren. Während der Abfahrt hat sich im Süden ein kleines Loch in den Wolken aufgetan, was den blick auf die gigantischen Lienzer Dolomiten freigibt. Riesige Gebilde, deren Steilwände vom Tal über tausend Meter in die Höhe ragen. Ein imponierender Anblick.

Lienzer Dolomiten
Lienzer Dolomiten

Im Süden sehe ich ein großes Tal, das bis nach Italien reicht. Unten angekommen, fahre ich jedoch östlich in Richtung Oberdrauberg weiter. Nach einer kleinen Visite am Lienzer Flugplatz wähle ich den gut ausgeschilderten Drau-Radweg. Dieser führt streckenweise durch kleine Bauerndörfer in denen man sich an die 100 Jahre zurückversetzt fühlt. Diese kleinen Ansammlungen an Häusern ragen auf Anhöhen aus dem sumpfigen Talboden raus und sind ringsum von Holzzäunen umgeben. Nur die klapprigen alten Autos machen diesem Flair einen Abbruch
Einige Kilometer vor Oberdrauberg führt es mich wieder auf den nächsten Pass. Das Wetter bleibt unverändert schlecht und der Schweiß unter der Regenjacke fließt in Strömen. Ekelhafte Feuchtigkeit! Es geht immer höher und höher und die Schlucht neben mir wird immer tiefer. Jetzt nur nicht zur Seite rüberkippen...
Irgendwann habe ich es dann geschafft und fahre diesen für heute letzten Pass bergab nach Költschach-Mauthen. Der Campingplatz ist schnell erreicht. Bei der Anmeldung plappert der Besitzer mit zwei anderen Campern fließend Italienisch. Das erste Anzeichen, dass Italien hinter dem nächsten Berg, und nicht nur in der Karte eingetragen ist. Hier gibt es morgens sogar frische Brötchen. Doch meine Freude darüber dämpft ein heftiger Regenschauer, der mich pünktlich zum Zeltaufbau erreicht. Nach dem Einkauf bereitet es mir Schwierigkeiten das Essen unter dem Zeltvordach zuzubereiten. Am späten Abend hört es zwar auf zu regnen, doch dafür fangen zur Schlafenszeit nebenan zwei Tratschtanten an zu reden. Ich bin fast am durchdrehen und nach Stunden kurz davor ihnen an die Gurgel zu springen!



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