Tag 19: Weer - Innsbruck - Weer

Tageskarte

Ein Bild des Leides
Ein Bild des Leides

Es sollte ja nicht anders kommen! Gleich am Morgen beginnt es in Strömen zu regnen. Ich merke schon, wie die Feuchtigkeit durch die undichten Stellen kommt. Trotz des Regens bleibt mir nichts anderes übrig, als heute wieder nach Innsbruck zu fahren. Also mache ich mich wieder auf den Weg dorthin. Letztes Jahr war ich dort in einem Einkaufszentrum, an dessen Lage ich mich noch so in etwa erinnern kann. Mit ein wenig Glück finde ich es auch. Ich sehe mich in allen möglichen Läden nach einem neuen Zelt und einer neuen Isomatte um. In einem Sportladen finde ich schließlich ein schönes Zelt, das nur etwa 130,- DM kostet. Mir bleibt nichts anderes übrig als meine Eltern anzurufen und sie um die Überweisung des Geldes zu bitten - auf meinem Konto ist nicht mehr genügend. So muss ich diese Nacht noch in meinem alten Zelt ausharren. Zur Vorsorge lege ich mir heute schon mal die neue Isomatte zu.
Auch auf dem Rückweg wird der Regen nicht weniger. Ich hätte nie gedacht, wie unerwartet man mit dem Rad stürzen kann - dann passiert es. Ich fahre in einer Kurve auf eine kleine Holzbrücke, deren Boden glitschig ist, stürze kopfüber den Lenker und komme mit Kopf und Schulter zuerst auf dem Boden auf. Nur die Basekappe bewahrt mich vor einigen Schürfwunden am Kopf. Ein paar kann sie jedoch nicht verhindern und ich fühle mich nach dem Aufprall etwas benommen. Für einen Moment denke ich: Jetzt ist es aus! Die Tour ist zu Ende!
Schließlich hebe ich mein Rad auf und gehe langsam zu den 20 Meter entfernt arbeitenden Bauarbeitern. Sie haben zwar gesehen was passiert ist, reagieren aber nur mit Blicken. Ich setze mich erst einmal hin und frage zur Vorsicht nach einem Arzt. Dann fällt mir jedoch ein, dass ich keine Auslandskrankenversicherung dabei habe. Und so was fällt mir erst jetzt ein!
Nach einigen Minuten geht es mir besser und ich kann wieder fahren. Ich schaffe den Weg zurück bis zum Campingplatz ohne weitere Probleme. Bis zum Abend liege ich unter leichten Kopfschmerzen im feuchten Zelt. Mir geht es nicht sonderlich gut. Am Abend besuche ich wieder Weigelts im Steixner Gasthof. Christel meint, dass ich Anzeichen von aufkommender Grippe hätte und gibt mir gleich Antibiotika. Das würde die Krankheit jedoch nur unterdrücken und ich solle mich die nächsten Tage hinlegen. Auch die anderen Anwesenden sind gleicher Meinung, dass ich hier besser aufgehoben wäre als in meinem feuchten Zelt. Um einer weiteren Nacht in diesem Zelt aus dem Wege zu gehen, lasse ich mich überreden, doch zumindest diese Nacht im Gasthof übernachten. Für nur 100 Schilling. Verbindungen eben...
Der wohl negativste Tag dieser Radreise.



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