|Singapore - 9. Little India & Deepavali - Fest der Lichter|


Little India ist innerhalb dieser so vielseitigen Stadt wieder eine ganz andere Welt. Ein Tor, auf dem lachende und winkende Menschen dargestellt sind, stellt die Einfahrt zu diesem interessanten Stadtteil dar. An vielen Stellen wurden Vorbereitungen getroffen für das heute Abend stattfindende Fest namens Deepavali - Das Fest der Lichter. Über den Straßen hängen Girlanden und man sieht überall farbenfroh gekleidete Frauen.
Die Athomsphäre ist eine ganz Andere, als die im übrigen Singapur. Die Menschen verhalten sich schon in ihren üblichen Bewegungen anderes, haben andere Kleidung und in den Restaurants wird oftmals mit Händen statt mit Stäbchen gegessen. Wir als Europäer bekommen im Restaurant jedoch gleich Messer und Gabel in die Hand gedrückt. Überall am Straßenrand sind kleine Geschäfte, die von Schmuck bis zu indonesischem "Good-Day"-Nutella alles Mögliche anbieten.
Bei einer Rast in einem der vielen Cafés lässt sich das Treiben wunderbar beobachten. Im Restaurant nebenan schlurft ein alter Kellner in weißer, mit Essen beschmierter Kleidung und einem langen weißen Bart (dessen Haare wohl die eine oder andere Suppe würzen) zwischen den Tischen durch. Manche Männer laufen Händchen haltend über die Straße. Der asiatische Restaurantbesitzer holt sich die nächste Lieferung (Krokodile?) aus einem Lieferwagen, dessen Windschutzscheibe mit Blumen verziert ist. Es macht Spaß, dieses Treiben zu beobachten und dabei immer wieder etwas Neues zu entdecken. Indien im Kleinformat...


Während der Inder neben uns genüsslich seine Mahrzeit mit der Hand herunterschlingt, betrachten wir erst einmal neugierig unser Essen. Irgendwas mit Onions, also Zwiebeln, ließ uns die Speisekarte wissen. Ein pfannkuchenartiges Gebäck mit Kartoffeln darin. Ganz schmackhaft. Immer weiter arbeite ich mich bei dieser riesigen Mahlzeit zur Mitte vor und stoße dann nur noch auf kleingeschnittene Zwiebeln. Löffelweise! Mir haben nach dem Verzehr gebratener Zwiebeln niemals sehr die Augen getränt. Doch bei dieser Menge rinnt mir schließlich der Schweiß über die Stirn. Nun ja, es soll ja gesund für den Körper sein.

Mustafa & Co.
Mustafa & Co.

Die Einkaufsmöglichkeiten hier sind fast unbegrenzt. Bei Mustafa & Co, einem riesigen "Basar" für Elektronik-Artikel leuchten meine Augen. Ich erstehe nun endlich ein günstiges Stativ für meine Kamera. Viele Familien drängeln sich durch den vollen Markt, kaufen Mikrovellen, Videorecorde usw. Ein Mönch in seinem orangenen Gewand kauft sich gerade eine neue Digitaluhr und hüpft nach den Kauf glücklich in das nächste Taxi.
Uns zieht es weiter zum nächsten Basar. Handtücher, Uhren, Schuhe, hinduistische Grußkarten mit Elefanten und, und, und...

Fahrradladen?
Fahrradladen?




Das Eingangstor nach Little India
Das Eingangstor nach Little India

Mit der Dunkelheit beginnt nun auch das Fest der Lichter. Über den immer voller werdenden Straßen springen die Lichter der Girlanden an. Die Hitze des Tages hält sich noch lange.
Wir betreten den Sri Veeramakalimman Tempel, müssen aber vorher unsere Schuhe ausziehen. Irgendwie fühle ich mich unter diesen ganzen Hindus doch etwas verloren. Wir sind scheinbar die einzigen nicht-Hindus hier. Der Tempel ist faszinierend. Überall sind aufwendige Verzierungen, Symbole und Figuren zu sehen. Ein in ein kleines weißes Tuch gekleideter Priester betrachtet das Treiben in aller Ruhe und gibt einigen Leuten Ratschläge. Ich frage ihn, ob ich Fotos machen darf, wobei ich vorsichtig auf die Kamera zeige. Er antwortet mir gutmütig mit "Can take". Daraufhin gehe ich vorsichtig mit der Kamera durch den ganzen Tempel und versuche, die Atmosphäre des Ortes ein wenig festzuhalten.





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Stand: 18.4.2002