Ich bin immer begeisterter von der Vielfalt dieser Stadt und habe noch längst nicht alles gesehen. Nach ein paar Tagen lernen wir auch die Gegenden "hinter" der touristisch gut erschlossenen Orchard Road kennen. Die Menschen leben keinesfalls in Armmut, jedoch kann dabei keinesfalls von sozialer Gleichheit gesprochen werden. Kurz hinter dem so schönen Boat Quay, an dem die Wohlhabenden und Mittelständler abends flanieren, beginnen verwinkelte Gassen, wo mir doch schon mal etwas mulmig wird. Je tiefer man in Stadtteile wie China Town und Little India eindringt, umso mehr werden einem die doch recht großen kulturellen Unterschiede bewusst.
Fern von den großen Wolkenkratzern, den mehrspurigen Straßen und Hotels fühlt man sich als Europäer schnell etwas verloren. Mir wird klar, dass Singapur nicht nur geografisch eine Insel darstellt, sondern auch kulturell. Mitten im großen Asien. Doch das mindert die Faszination, die diese Stadt erweckt, keinesfalls. Es gibt immer wieder was zu entdecken. Eine Unglaubliche Komplexität, die Reiseführer mit der Bezeichnung "kulturelle Vielfalt" einfach nicht in ihrem vollen Umfang beschreiben können. Es ist von einem Schmelztiegel der Kulturen die Rede. Ein Schmelztiegel würde bedeuten, dass sich alles miteinander bis ins Tiefste vermischt - es zusammenfließt. Doch irgendwo, an ihrem jeden eigenen Plätzchen, hält sich jede Kultur in ihren Eigenheiten aufrecht. Die Chinesen, Indondesier, Inder, Malaien, Europäer, und, und, haben ihre kulturelle Identität sicher nicht gleich nach der Zuwanderung aufgegeben. Viele individuelle Eigenheiten der Kulturen leben hier in dieser Stadt weiter.
Ein Blick aus einem der riesigen Wolkenkratzer kann zum Nachdenken anregen und schafft einen wunderbaren Überblick. Im Norden Little India, im Süden China Town, im Westen der Flughafen - Drehkreuz von Flugverbindungen nach und von Afrika, Europa, Asien und Ozeanien, im Osten einer der größten Häfen der Welt. Über die visuellen Eindrücke können Bilder am besten Sprechen...