Luxemburg
Nach unserem leider viel zu kurzen Abstecher in die französischen Alpen geht es nun weiter nach Luxembourg, wo wir das letzte Mal auf unserer Reise übernachten werden. Wir verlassen die Alpen über eine kurvenreiche Landstraße. Es geht wieder auf die Autobahn und bis nach Luxemburg geht es nur noch monoton geradeaus. Bei dem Teilstück nahe Metz stehen wir stundenlang im Berufsverkehr. Hier, wo keine Autobahngebühren verlangt werden, bemerkt man, was für Massen von den Gebühren abgeschreckt werden...
Gegen Abend erreichen wir dann endlich Luxemburg. Mit unserer groß skalierten Karte haben wir es gar nicht so leicht einen Campingplatz zu finden. Doch wir haben schließlich Glück und können uns einem netten Campingplatz bei ... ausfindig machen. Der Platzwart spricht sein Deutsch mit einen seltsamen Akzent - ähnlich als wenn er die Zunge verschluckt hätte - irgendwie seltsam zu deuten. Doch er besteht darauf, dass er Deutscher sei. Es ist angenehm warm und die Sonne geht gerade hinter den seichten Hügeln Luxemburgs unter.
| Superlatív - Französischer Supermarkt |
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In der Dunkelheit entschließe ich mich noch schnell dazu eine kleine Radtour zu machen, um auch einmal etwas von Luxemburg gesehen zu haben. Ich schwinge mich auf mein Rad und fahre rauf zur Stadt. Sie bettet sich in eine tolle Topografie. In der Mitte wird alles durch einen breiten Graben durchschnitten und darüber spannen sich zwei hell erleuchtete Brücken. Ich genieße den Ausflug richtig. Für die Hauptstadt eines ganzen Landes wirkt diese Stadt doch ziemlich zurückhaltend und dennoch sehr geschäftig. Am Hauptbahnhof ist viel Betrieb und ständig schweben Flugzeuge über die Hausdächer im Anflug auf den Luxembourg International Airport ein.
Ich fahre kreuz und quer durch die Stadt und entdecke dabei ganz interessante Ecken. So bemerke ich durch Zufall (jawohl!), dass sogar dieses so saubere Städtchen ein Rotlichtviertel hat. Während ich in einer dunklen Straße an einer Ampel warte, kann ich auf dem Bürgersteig eine nette Szene beobachten. Dort befindet sich eine Bar namens "Vous être", geschrieben in pinken Buchstaben. Zwei aufgetakelte Frauen winken hartnäckig einen nur wenige Meter entfernt stehenden Geschäftsmann herbei. Er traut sich nicht so wirklich und sieht mit einem hochroten Kopf schüchtern drein. So nach dem Motto "Waaas, iiich? öhem... wirklich?". Wenige Sekunden später sind sie alle zusammen im Freudenhaus verschwunden und meine Ampel hat ihre hochrote Farbe auf Grün gewechselt.
Ich fahre noch einige Kilometer in Richtung Flughafen. An einer Tankstelle finde ich endlich den Luxemburg-Landesaufkleber für meine Sammlung. Warum müssen diese popeligen Länder immer so riesige Aufkleber haben? Damit ist schon fast wieder eine Ortlieb-Tasche zur Hälfte beklebt! Als Gegenleistung sitze ich erst einmal eine viertel Stunde auf der Tankstellentoilette. Irgendwas Falsches war in meinem Essen und ich hatte schon die Befürchtung, dass mein Hintern explodieren würde. Was für eine Wohltat!
Auf dem weiteren Weg rennt mir zweimal ein Kamikaze-Wiesel vors Rad. In der Dunkelheit ist mir das doch ein wenig unheimlich und bei der Bergauffahrt möchte ich nicht noch von diesem dämlichen Nager angegriffen werden. Also entschließe ich mich zur Umkehr. Es ist auch schon zwölf Uhr. Und hiermit hat auch dieser tolle Urlaub schon ein Ende. Morgen Abend um diese Zeit werden die Regentropfen gegen das Plexiglas des Wohnmobils schlagen. Der Regen wird vor dem Elbtunnel beginnen - kurz vor unserem zu Hause. Ja, so ist es, zu Hause...
Ich habe so oft auf dieser Reise ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn wir Reiseradler überholt haben. Nun wird es Zeit, dass ich die "verlorenen" Kilometer mit dem Rad nachhole. Fazit: Der nächste Urlaub wird sicher wieder per Fahrrad stattfinden...
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