Langeweile



Am frühen Morgen scheint die Sonne schon so stark, dass ich ruckartig aufstehe und sofort alle Belüftungen des Zeltes öffne. Erst das Frühstück.
Dann zieht sich das Einpacken wieder einmal in die Länge. Stressig wie immer – das spülen. Besonders der Kochtopf muss jeden Morgen von neuem mit Stahlwolle vom Hartnäckigen Ruß befreit werden.

Hügelland bei Hønefoss
Hügelland bei Hønefoss

Dann geht es schließlich weiter. Über ein recht gut ausgebautes Radwegenetz gelange ich mit einigen Anstiegen über Hügelland nach Hønefoss.
Meine Stimmung ist schon beim abgesprochenen Anruf zu Hause nicht so gut. Die wie auf jeder Radtour zu Beginn aufkommende depressive Stimmung macht sich wieder in mir breit. Alleine ist es hier echt zu langweilig! Warum mache ich das überhaupt? Hier ist doch alles scheiße! Tote Hose!
Diesmal ist es so schlimm, dass ich immer wieder anhalte, lange nachdenke und am liebsten kehrt machen würde. Es zeigt sich wieder mal meine starke Wetterlaunigkeit. Beim Aufbrechen der zwischenzeitlich aufgezogenen grauen Wolkendecke hebt sich meine Stimmung wieder etwas. Es geht jetzt auch wieder schneller vorwärts. Anstatt des Feldweges nehme ich wieder die E16, auf der ich am östlichen Ufer des Sperillen-Sees entlang fahre. Und zwischendurch gibt das erraten der Herkunft der verschiedenen Autos durch die Nummernschilder eine wunderbare Abwechslung. Nes ist erst einmal der letzte Ort, wo es über eine lange Strecke eine Einkaufsmöglichkeit gibt.

Sperillen - See
Sperillen-See

In Sørum, etwa 20 Kilometer weiter nördlich gelegen, kann ich mein Zelt auf dem kleinen Campingplatz aufschlagen. Von meinem Zelt habe ich einen schönen Blick auf den gemächlich vorbeifließenden Fluss Bagna.
Der Besitzer ist etwas älter und kann kein Englisch. Durch die Sprachverwandtheit zwischen Deutsch und Norwegisch, lässt sich dennoch eine leichte Kommunikation aufbauen. So heißt Zelt zum Beispiel telt.

Strecke: 149 km

Reine Fahrzeit: ca. 11:00

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