Was fängt man mit 7 freien Tagen am Stück an? Eigentlich hatte ich nichts vor mit diesen Tagen, die ich durch im Zivildienst gearbeitete Wochenenden zusammengesammelt habe.
Doch eine Woche davor juckt es mir dann doch in den Fingern. Einfach nur mal wegfliegen. Warum nicht? Erst denke ich an London per Ryanair - alles zusammengerechnet nicht gerade billig. Letztendlich stehen dann Mallorca und London zur Auswahl. Da ich alleine reise, entscheide ich mich für Mallorca. Die Insel erscheint mir perfekt um diese Jahreszeit. Besonders für eine kleine Radreise. So bin ich schnell um die 124 EUR + 40 EUR für das Fahrrad leichter - alleine für den Flug versteht sich. Damit kann ich noch leben; solange ich auf Mallorca sparsam bleibe.
Mallorca... nicht gerade mein Traumziel, aber ich muss mir einfach mal ein eigenes Bild davon machen. Erst nachdem der Flug über das Internet gebucht ist, erfahre ich, dass im November so ziemlich alle Hotels und auch beide Jugendherbergen auf der Insel geschlossen sind. Ok, dann werde ich eben mein Zelt mitnehmen und mich überraschen lassen.
Am Samstag vor dem Abflug verabschiede ich mich von meinen Eltern und fahre mit der Bahn nach Hamburg. Dort werde ich bei den Reineckes, die ich bereits vom letzten Jahr von der Radreise nach Spanien kenne, übernachten. Außerdem muss mein Gepäck noch zum Vorabend-Ceck-In gebracht werden. Der Flug geht morgen um 6.25 Uhr.
Am Bahnhof in Altona lasse ich mir noch den besten Weg zum Fahrradgeschäft BOC von zwei im Zug mitgefahrenen Radfahrern erklären. Sie haben toll ausgestattete Reiseräder, sind aber leider bis heute nicht dazu gekommen, eine Radreise zu unternehmen.
Ich muss mit dem vollbepackten Rad durch die komplette Fußgängerzone am Bahnhof. Gar nicht so einfach, da heute Markt ist. Nachdem ich mit bei BOC noch schnell einen Fleece-Pullover zugelegt habe, mache ich mich wieder auf in das Großstadtgetümmel und komme etwa 20 Minuten später bei Reineckes an.
Am Abend - nach einem deftigen Essen beim Italiener - mache ich mich mit Frank auf den Weg zum Flughafen. Es ist grauenvoll bei diesem unglaublich feuchtkalten Wetter die 25 Minuten zum Flughafen zu fahren. Bei der Ankunft im Flughafen fließt mir der Schweiß nur so unter der Jacke. Und jetzt geht es erst los. Noch eine Rolltreppe nach oben und ich stehe endlich vor dem Condor-Schalter. Hier gestaltet sich alles nicht so einfach wie letztes Jahr in Spanien.
Ich bin der einzige Kunde weit und breit und trotzdem verfallen gleich mindestens drei Leute in Hektik. Das Gepäck müsse ab. Aber schnell bitte, da sie gleich "da unten" die Bänder abstellen. Eigentlich sind es noch 20 Minuten. Die Pedale müssen ab.
Wie? Aber dafür habe ich gar kein Werkzeug!
Aber der Lenker muss schief! Höhö, einfacher gesagt als getan. Da rührt sich auch nach langem Hin -und herschrauben nichts.
Das wird wohl Ärger geben, bekommen wir schon zu hören.
Doch dann kommt doch noch jemand von der Gepäckabteilung und holt das Fahrrad ab, nachdem es noch einmal durchleuchtet wurde. Ohne ein Wort der Beschwerde. Wenigstens muss die Luft nicht aus den Reifen.
Nach diesem Stress bin ich fast schweißüberströmter als vorher.
| Heute gefahren: |
17,14 km |
| Gesamt: |
17,14 km |