Heute mache ich mich wieder auf den Weg. Das Ziel ist die Insel Cres. Der Weg zum Fährhafen ist gar nicht so leicht zu finden. Nachdem ich einen riesigen Umweg gefahren bin, fahre ich die unglaublich steile Straße zum Fährhafen hinab und bekomme noch im letzten Moment die Fähre. Dort treffe ich einen Motorradfahrer, der vor Kurzem mit seiner Freundin im Nationalpark Plitvicka Jezera (Plitwitzer Seen) war und mir von den vielen zerstörten Häusern dort erzählt.
Obwohl das gar nicht so weit entfernt von hier liegt, ist hier schon wieder alles ganz anders. Aus meinen Aufenthalten in Bosnien weiß ich, dass mir verminte Straßenränder lieber erspart geblieben können.
Nach der Ankunft möchte ich mich auf den Weg zum Ort Cres auf der anderen Seite der schmalen Insel machen. Da die Hauptraße, die alle Autos benutzen, einen riesigen Schlenker macht, entscheide ich mich für den auf der Karte eingezeichneten kleineren Weg. Ich komme in ein kleines Dorf und von da an geht es nur noch steil bergauf. Ich frage einen Bewohner danach, ob dies der richtige Weg nach Cres wäre. "Ja, aber immer so", wobei er auf den Weg zeigt. Der Weg ist inzwischen zu einer Mischung auf großen Steinen und Pflaster geworden. Nachdem ich das Rad eine lange Zeit lang geschoben habe, wird der Ausblick immer besser. Normalerweise verfluche ich mich später immer, wenn ich auf solchen Wegen bleibe, weil ich dann irgendwo stecken bleibe. Dieses Mal ist es nicht ganz so - auch wenn ich mein Rad weiter oben über Schotter weiter nach oben stemmen muss.


Oben angekommen stehe ich nach den ganzen Felsen plötzlich auf einer Wiese, wo Schafe weiden. Jemand hat es mit seinem JUGO-Auto, den sogenannten "Bügeleisen", bis hier oben hin geschafft. Da er nicht den gleichen Weg wie ich gekommen sein kann, komme ich schließlich zurück auf die Hauptstraße. So habe ich mir wirklich einen riesigen Umweg erspart und noch eine Menge von der Landschaft gesehen.

Nach einer längeren Abfahrt in die Bucht von Cres erreiche ich schließlich den Ort. Das azurblaue Wasser hält mich sofort hier. Und da gleich der erste Campingplatz geöffnet hat, ergreife ich die Gelegenheit und quartiere mich hier ein.