Nun ist es soweit. Die Tour ist zu Ende. Jetzt, wo ich wieder etwas besser auf den Beinen bin, würde ich gerne noch weiterradeln. Aber irgendwann muss wohl doch einmal Schluss sein... leider...
An der Busstation habe ich zwei Fußpilger getroffen, die ich aus der Herberge in Ponferrada kenne. Es ist wirklich schön, überall Leute zu sehen, die man kennt. In dieser Form wird das jetzt wohl vorbei sein.
Es ist irgendwie seltsam, im Autobús zu sitzen. Seit über 40 Tagen habe ich in keinem Auto mehr gesessen und ich spüre die Beschleunigung richtig. Es tut richtig gut, mal ohne eigene Kraftaufwendung vorwärts zu kommen. Doch, dass ich die Landschaft durch eine Scheibe betrachten muss, macht das Ganze nicht gerade spannend. Auf dem Weg nach Salamanca fahren wir knapp an der Grenze Portugals vorbei, wo es großartige Felslandschaften gibt. Überall stehen große, rund geschliffene Steine mit mehreren Metern Durchmesser in der Landschaft. Ich stelle mir vor, wie es hier wohl mit dem Fahrrad gewesen wäre. Über der Hochebene vor Salamanca verschwindet die Sonne langsam hinter dem Horizont. Und wo ich schon im Bus, sitze wird gleich weiteres Fernweh in mir geweckt: Als Video läuft der Film "La Playa", oder auch "The Beach" genannt, welcher mir wunderschöne Südseestrände, die jetzt schon die Vorfreude auf einen weiteren Urlaub erhöhen, zeigt.
Ich bin noch längst nicht zu Hause und es packt mich schon wieder das Fernweh nach weiteren Zielen. Noch eine Woche werde ich in Spanien bei meiner Austauschschülerin vom letzten Jahr verbringen. Dann geht es mit dem Flugzeug nach Hause. Wie es bereits dunkel ist, kommt der Bus in Salamanca an. Rocío wartet bereits auf mich. Wir freuen uns natürlich, uns wieder zu sehen, doch meine Schmerzen an der Zunge machen mir das Sprechen auf Spanisch sehr schwer. Leider ist niemand von den anderen Spaniern, die ich kenne, gekommen. Rocío ist natürlich mit dem Auto gekommen. In dieser Stadt scheint es einfach nichts zwischen Fußgängern und Autofahrern zu geben...
Bei ihr zu Hause bekocht mich die Mutter wieder mit einem riesigen Essen und es tut mir echt leid, dass ich wegen der Schmerzen kaum etwas essen kann. Die kleine verspielte Hauskatze ist inzwischen riesengroß geworden und ich bekomme einen richtigen Schrecken. Die anderen freuen sich natürlich auch, dass ich da bin, doch meinerseits bleibt die Freude gedämpft, da ich ernsthaft Probleme beim Sprechen habe. Die Zunge scheint sich an einer Seite entzündet zu haben.
Der Bruder von Rocío wohnt, wie üblich im Sommer, bei den Großeltern und so bekomme ich wieder sein ganzes Zimmer zur Verfügung. In diesem Zimmer kriege ich manchmal echt Angst, vielleicht von einem der vielen Pokale des Hochleistungssportlers erschlagen zu werden. "Numero 1° de Espaņa" sagt mir da eine Medaille an der Wand. Nun, es scheint sich in meiner Abwesenheit echt was getan zu haben...
| Gesamt: | 3.020,33km |