Auch am nächsten Morgen kann ich mich nur schlecht auf den Beinen halten, fühle mich aber nicht fiebrig. Dennoch schaffe ich es mit den anderen zur Kathedrale zu fahren, um die Hamburger abzuholen, die heute Mittag ankommen wollen.
Nach kurzem warten sehen wir Frank mit dem Fahrrad durch die Menge auf uns zustürmen. Mit einem so glücklichen Grinsen, dass er fast die Ohren verschluckt! Er ist echt froh, dass die ganze Tortur ein Ende hat und merkt auch, was mit mir los ist. Er und Birgit sagen mir dann, dass das Erschöpfung ist, was ich habe. Einfach nur Erschöpfung? Dass das so extrem auftreten kann, hätte ich mir nie vorstellen können.
Während sich die Anderen noch etwas in der Stadt umsehen, schleppe ich mich zurück zum Campingplatz und erreiche mit letzter Kraft in meinen Beinen das Zelt. Den Rest des Tages stehe ich nur noch auf, wenn ich zur Toilette muss. Was gar nicht so einfach ist. Gegen Abend kommen Frank und Genaro, die auf einem anderen Campingplatz übernachten vorbei. Anhand einer speziellen Fußmassage (Reflexzonen) und Reki kann Frank feststellen, wie es um verschiedenen Organe in meinem Körper steht. Nun, um es kurz zu machen... der linken Leber geht's gut... aber sonst... (Anm. eines medizinisch Unwissenden...)
Nachdem sie wieder weg sind, bemerke ich zunehmende Schmerzen beim Zähneputzen und Zahnfleischbluten. An einigen Stellen hat sich das Zahnfleisch bis kurz vor die Zahnwurzel zurückgezogen. Skorbut? Die Zunge schmerzt an einer Seite so stark, dass ich kaum noch kauen kann und beim trinken von Fruchtsäften unheimliche Schmerzen habe. Wie soll ich da wieder auf den Damm kommen?
Aus der Finisterre ist nun leider nichts geworden. Echt ärgerlich. Aber ich hatte meine schöne Radtour...
Am Abend verabschiede ich mich von Leonie und André, die früh am Morgen aufbrechen wollen um ihren Bus nach León zu bekommen. Von dort werden sie über Salamanca, wo sie mich natürlich besuchen werden, nach Madrid fahren.
| Gesamt: | 3.020,33km |