Tag 27: Ledigos - Mansilla de las Mulas

Bis nach Sahagún fahren Leo und ich die meiste Zeit vor den anderen. Nach einigen Kilometern sehen wir die Stadt vor uns im Tal liegen. Man sieht eine Bahn auf die Stadt zufahren und erkennt von hier oben eine ganze Menge Dynamik. Vor der städtischen Herberge warten wir auf die anderen. Währenddessen wendet sich ein Radler an mich und fragt, ob ich ihn mal vor der Stadtkarte filmen kann. So nett bin ich natürlich. Vor der Kamera sagt es nur schnell "Eso es Sahagún" und ich soll sie wieder ausschalten. Nachdem er sich einen Stempel in der Pilgerherberge geholt hat, setzt er sich in sein Auto und fährt weiter. Was für ein ... !!! Setzt sich einfach in sein Auto, um dann später zu behaupten, er habe den Camino per Rad befahren???

Ebene

Auf dem weiteren Weg passiert heute nicht viel. Die Landschaft ist größtenteils sehr flach und wir sehen den Schotterweg immer bis zum Horizont gehen, so dass er wieder kein Ende zu nehmen scheint. An einem kleinen Bach machen wir Halt und baden unsere schweißgetränkten Füße darin.


Nachmittags kommen wir in Mansilla de las Mulas an und schlagen unsere Zelte auf dem Campingplatz am Fluss auf. Hier campen fast nur Engländer und der Platz ist größtenteils - ich will hier keine Vorurteile verbreiten - sehr dreckig. Direkt neben mir haben zwei Niederländer ihr Zelt aufgeschlagen. Sie sind mit dem Rad aus Enschede gekommen und etwa genauso lange unterwegs wie ich. Seltsam, dass ich sie bis jetzt noch nie getroffen habe...
Sie wollen jetzt noch bis nach Santiago und dann nach Madrid. Und danach: Mit dem Flugzeug nach Buenos Aires! Wow! Ich beneide die beiden echt. Sie wollen hiernach 5 Monate durch Südamerika fahren, danach durch Neuseeland und dann durch Kanada. Die ganze Tour soll über ein Jahr gehen. Wie gerne würde ich so etwas auch machen! Wir tauschen unsere Adressen aus und ich sage ihnen, dass sie mich auf dem Weg nach Madrid mal in Salamanca besuchen können. André und Leonie sprechen die ganze Zeit Deutsch mit uns und scheinen auch kaum Probleme dabei zu haben.
Vor dem Abendessen gehen Frank, Birgit, Suscha, Leo, Genaro und ich zum nahe gelegenen Fluss. Die beiden Jungs haben sich gleich Badehosen angezogen. Ich halte das für ein wenig übertrieben, da mir der Fluss nicht besonders sauber erschien. Letztendlich gehen wir dann doch alle in dem erfrischenden Wasser schwimmen. Die Strömung ist an einigen Stellen so stark, dass wir, hätten wir den Halt mit den Füßen verloren, mitgerissen würden. Der Boden ist teils sehr schroff und ich bekomme einige Einschnitte an den Füßen. Nun, meine Schuhe müssen dringend wieder gewaschen werden. Dafür gibt's schließlich auch eine Lösung...

Spanische Bar
Spanische Bar

Beim Abendessen gehen wir in ein Restaurant, dass uns ein "Pilgermenü" für 1.000 pts. bietet. Als Vegetarier werde ich dieses Restaurant sicher nie wieder besuchen. Als Hauptgericht bekomme ich einen Teller öliger Erbsen! Grummel...


Heute gefahren: 55,97km
Gesamt: 2.628,22km

Vorheriger Tag | Übersicht | Nächster Tag