Am Morgen verlasse ich St.Gaultier wieder und werfe noch einen Blick auf die wunderbare Kathedrale.
Die heutigen Anstiege werden immer deftiger. Kaum freue ich mich darüber, dass ich mal 100 Höhenmeter geschafft habe, sehe ich es hinter einer langen Abfahrt mindestens wieder genauso hoch bergauf gehen. Eine ganz schön kräftezehrende Etappe heute, die das Äußerste von mir fordert.
Sehr schön anzusehen ist der Ort St. Benoît, dessen Häuser sich an teils äußerst steile Felswände schmiegen.
Danach folge ich durchweg einer Parallelstraße der A20 bis nach Limoges. Der Pass über die Monts de la Marche bringt mich an meine letzten Grenzen. Zudem ist mir auch noch das letzte Trinkwasser ausgegangen. Die Anstiege werden immer extremer. Nach stundenlanger Fahrt durch die Berge erreiche ich endlich Limoges.
Es ist schwierig, nicht anhand der Schilder über die Autobahn in der Innenstadt geleitet zu werden. Irgendwie finde ich einen Weg durch das Gewerbegebiet. Im südlichen Teil der Stadt Suche ich den auf meiner Frankreichkarte eingezeichneten Campingplatz. Keiner weiß mir zu helfen, niemand hat je etwas von einem Campingplatz in dieser Gegend gehört.
Ein älteres Paar steigt prompt aus dem Auto und versucht mir zu helfen. Schnell ist die Landkarte auf der Motorhaube ausgebreitet und es wird sich angeregt beraten. Dies gestaltet sich mit meinen Französischkenntnissen wieder sehr schwierig. Bis wir herausfinden, dass wir alle Spanisch sprechen. Von da an läuft die Kommunikation wie geschmiert. Die beiden sagen mir, dass sie mich in den nächsten Ort, wo der Campingplatz sein müsste, mit ihrem Auto führen. Ich soll ihnen nur mit meinem Rad folgen. Das ist bei den vielen Anstiegen gar nicht so einfach, es hat aber schon etwas Belustigendes, mal ein Auto zu verfolgen.
Überall fragen die beiden für mich nach einem Campingplatz. Doch ohne Erfolg. Im Dorf St.Vienne schließlich zeigen sie mir einen Sportplatz, wobei ich ein mulmiges Gefühl bekomme. Doch die beiden lassen sich nicht davon abbringen, dass ich hier ohne Probleme mein Zelt aufschlagen könnte. Die Leute im Dorf wären doch alle im Urlaub und so würde das schon kein Problem sein. Sie finden sogar einen Wasserhahn an der Dorfbibliothek für mich. Dann sagen mir die beiden noch, dass sie schon einmal zu Fuß nach Santiago in Spanien gelaufen sind. Von hier! Die müssen verrückt sein, so was kann es gar nicht geben!
Nachdem sie sich verabschiedet haben, baue ich mein Zelt schließlich doch auf dem Fußballplatz auf. Nun werde ich meinen für morgen geplanten Ruhetag abschreiben können...
| Heute gefahren: | 115,25km |
| Gesamt: | 1.599,36km |