Tag 6: Delft - Antwerpen

Nachdem ich mich verabschiedet habe, finde ich mich eine Stunde später mitten in Rotterdam wieder. Ich manövriere mein Rad durch mehr oder weniger seriöse Viertel der Hafenstadt und sehe Wolkenkratzer über mir, die tief in den Himmel ragen. Am Fußballstadion vorbei finde ich schließlich aus der Stadt heraus.

City von Rotterdam
City von Rotterdam

Hinter Dordrecht überquere ich auf einer Autobahnbrücke einen der riesigen Mündungsarme des Rheins. Da die Brücke sehr lang ist, löst jeder an mir vorbeifahrende LKW starke Vibrationen unter meinen Füßen aus. Hinter der Brücke habe ich einige Probleme mit der hiesigen Baustellenpolitik. Die Radweg-Umleitung ist keinesfalls eindeutig ausgeschildert und so fahre ich erst zwei Male in die falsche Richtung. Einige Zeit später treffe ich einen mir entgegenkommenden Reiseradler. Da ich immer noch keine richtige Karte habe, frage ich ihn nach einem Weg nach Antwerpen (Belgien). Er gibt mir freundlich Auskunft und sagt, dass er einmal für eine Radtour nach Sevilla 5 Wochen gebraucht hat. Also sollte ich es auch noch bis nach Spanien schaffen. Und Brüssel solle ich auf jeden Fall meiden. Dankbar für die Tipps fahre ich weiter.
In Breda verfahre ich mich noch gehörig, finde dann aber den Weg auf die N263, die bis nach Antwerpen führt. Nun bin ich also in Belgien.

Belgische Grenze
Belgische Grenze

Sieht ja nicht so spektakulär aus. Nachdem ich neue Währung habe, kaufe ich mir endlich wieder eine vernünftige Landkarte. In Antwerpen frage ich mich zu dem den Fluss unterquerenden Fahrradtunnel durch. Das letzte Stück führt mich ein freundlicher Belgier, während er seinen Hund gerade Gassi führt. Durch einen Aufzug gelange ich in den kühlen Tunnel. Ich bin froh, wie ich nach einer nicht enden wollenden Ewigkeit die andere Seite erreicht habe. Nachdem mich der andere Aufzug wieder ans Tageslicht befördert hat, fahre ich zum städtischen Campingplatz.

Fahrradtunnel in Antwerpen
Fahrradtunnel in Antwerpen

In der Rezeption wird mir gesagt, ich müsse schon jemanden fragen, ob ich mich mit auf den Platz stellen dürfe. Es wäre schon alles voll. Für mich sieht das nicht so aus. Ich frage gleich den Nächstliegenden Camper. Der versteht das Problem überhaupt nicht. Natürlich könne ich mein Zelt hier aufbauen. In der Rezeption bekomme ich dafür ein großes Dokument ausgestellt und für etwa 10DM kann ich hier übernachten. Typisch Beamte!
Ich verbringe noch einen sehr netten Abend mit dem zwei anderen Deutschen nebenan und darf sogar deren Kocher samt Kochgeschirr benutzen. Was für ein Luxus! Endlich wieder warmes Essen! :o)


Heute gefahren: 128,78km
Gesamt: 785,57km

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