Am Morgen ist das ganze Zelt feucht. Und zu allem Überfluss sind auch noch Unmengen von Schnecken, die sich an den Essensresten laben, in meinem Kochtopf.
Was für eine schöne erste Nacht! Ich bin froh, wie ich den ganzen Schneckendreck beseitigt habe und wieder losfahren kann.
Durch die Wesermarsch fahre ich bis nach Oldenburg. Ausschilderungen für Radfernwege scheinen immer seltener zu werden. In der Innenstadt von Oldenburg versuche ich eine weitere Karte dieser Gegend für das Gebiet bis Groningen in den Niederlanden zu bekommen. Glücklicherweise finde ich auch eine.
Nachdem ich mich durchgefragt habe, komme ich auf einen Radweg, der immer an den Gleisen entlang bis nach Bad Zwischenahn führt. Das Zwischenahner Meer sorgt an diesem Samstag für einen großen Zulauf an Freizeittouristen. Ich bin froh, wie ich den Ort endlich verlassen habe... Nicht, dass ich nicht auch so etwas wie ein Tourist wäre...
Auf dem weiteren Weg in das südliche Ostfriesland wird die Landschaft durch viele Kanäle geprägt, über die meist weiß gestrichene Hebebrücken führen. Im Dörfchen Irhove finde ich einen kleinen Kiosk, der am späten Samstagabend noch geöffnet hat. Nachdem ich etwas zu trinken sowie eine Dosensuppe gekauft habe, und die Trinkflaschen mit frischem Kochwasser aufgefüllt sind, mache ich mich wieder auf dem Weg.
In der Emser Marsch ist die Landschaft nur sehr dünn besiedelt und ich mache mich auf die Suche nach einem schönen Platz zum Campen. Von einer Brücke aus sehe ich ein paar Angler, die ihr Zelt an einem der Kanäle aufgeschlagen haben. Natürlich ist das kein Problem und die Kinder helfen mir noch ein wenig beim Aufbau.
Die Gruppe besteht aus zwei jungen Männern - einer von ihnen in Bundeswehrklamotten - und zwei Jungen. Typische Ostfriesen, mit denen ich den ganzen Abend einen netten Klönschnack halte. Über einen von ihnen erfahre ich sogar, dass er es als Dachdecker (!) schon einmal gebracht haben soll, die Latte abzusägen, auf der er gesessen hat. Das Resultat war ein 5 Meter tiefer Fall...
Mein Abendessen stellt sich leider als Linsensuppe mit Schweinespeck heraus. Die Angler witzeln darüber, dass ich als Vegetarier auf dem hiesigen Untergrund (Kuhwiese) ja genug zu essen hätte. Grrr...
| Heute gefahren: | 108,95km |
| Gesamt: | 253,19km |