Schrecklicher Verkehr auf der B73 begrüßt mich gleich zu Beginn meiner Tour. Ich habe das Stadtgebiet Hamburgs mit der S-Bahn durchfahren und werde nun meine Reise beginnen. Was für ein Ziel! Salamanca im tiefsten Spanien. Erst einmal werde ich mir Holland als Ziel setzen um die Dimension der Entfernung überschaubarer zu halten.
Heute soll es bis nach Bremen gehen. Die Sonne scheint hin und wieder, doch von sommerlicher Wärme kann keine Rede sein. Ich fahre in Regenjacke und langer Hose.
Mein Weg nach Bremen führt mich durch das nördliche Niedersachsen. Die hügelige Gegend hier wird landwirtschaftlich stark genutzt (riecht auch entsprechend!) und man trifft nur verhältnismäßig selten auf Dörfer. Mittags stoße ich bei Klein Meckelsen auf den Radwanderweg "Hamburg - Bremen", dem ich bis nach Bremen folge. Die Ausschilderung des Weges ist lückenhaft, doch mithilfe der Karte finde ich mich dennoch recht gut zurecht. Vor Bremen passiere ich das kleine Dorf Fischerhude, was durch alte norddeutsche Backsteinbauten und viele Cafés geprägt wird.
In Bremen wird die Strecke sehr unübersichtlich, doch irgendwie schlage ich mich bis zur Innenstadt durch. Ich frage eine Frau nach einer Brücke über die Weser. Woraufhin sie mir in englischem Akzent erklärt, dass ich schon zu weit bin.
Endlich auf der anderen Flussseite angekommen, gehe ich einkaufen. Kaum aus dem Supermarkt herausgekommen, werde ich von einem ‚leicht' ungepflegten Mann angesprochen. Frankreich würde er auch gerne mal mit dem Rad durchfahren. Weil ihm die Landschaft bei der Tour de France im TV so gut gefallen hat. Nun ja...
Ein netter alter Mann führt mich mit seinem Fahrrad aus Bremen heraus. Es geht weiter in Richtung Oldenburg.
Da es schon sehr spät ist, muss ich so langsam einen Schlafplatz finden. Ich habe mir vorgenommen, wegen Kostengründen nur noch alle 3 Tage auf einem Campingplatz zu übernachten und den Rest der Zeit mein Zelt "wild" aufzuschlagen. Leider ist die Umgebung von Delmenhorst so stark besiedelt, dass ich keinen versteckt gelegenen Platz finde. Im Gegensatz zur Nordheide, durch die ich heute Morgen gefahren bin, kann ich hier an fast jedem Punkt von einem Bauernhaus aus gesehen werden. Und wenn sich mal eine gute Wiese gefunden hat ist gerade frische Gülle darauf, oder Kühe weiden. Es dauert lange, bis ich endlich ein versteckt gelegenes Plätzchen gefunden habe, auch wenn es uneben und stark von Schnecken bevölkert ist. Nachdem ich das Zelt aufgeschlagen habe, koche ich noch etwas zu Essen und verkrieche mich kurz danach todmüde im Schlafsack.
| Heute gefahren: | 144,24km |
| Gesamt: | 144,24km |