Die Oase in der Wüste
Sahara-Feeling in Südamerika
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Das erste Mal seit Langem habe ich ausgeschlafen! Ich verabschiede mich von Maartje und Marcel, die heute weiter nach Pisco radeln wollen. Übermorgen um 6 Uhr in der Früh geht mein Flug von Lima nach Caracas. Bis dahin sind es noch gut 300 Kilometer. Eine Distanz, die ich in der mir gegebenen Zeit wohl kaum schaffen werde. Da lasse ich es lieber ruhig angehen und nehme morgen einen Bus nach Lima. Die Lagune und ihre Umgebung sind einfach zu sehenswert und es bietet sich gerade an, hier noch einen letzten Tag zu entspannen bevor ich mich wieder neuen Herausforderungen stelle.
Radlerbräune...
Zur Mittagszeit überwinde ich mich, auf eine der Dünen zu steigen. Uff! Das ist deutlich schwieriger als gedacht! Die Dinger sind verdammt steil, der Sand ist unglaublich weich und heiß und die Sonne brennt mit unverminderter Kraft vom Himmel. Doch die Aussicht ist atemberaubend. Die riesigen Sanddünen erstrecken sich im Westen und Süden bis zum Horizont. Man hat das Gefühl inmitten der Sahara zu stehen.
Auf dem Rückweg sehe ich zufällig zwei dieser riesigen Wüstenfahrzeuge bei mir vorm Hotel stehen und ich frage nach, wie viel denn so eine Fahrt mit dem Ding kostet. 12 Doláres. Nach ein wenig Handeln komme ich auf 40 S/., was etwa 10 Doláres entspricht. Erst überlege ich noch. Soll ich oder soll ich nicht? Ich habe schon so oft motorisierte Hilfsmittel benutzt. Soll ich das schon wieder tun? Nun ja, mit meinem Fahrrad kann ich anstellen was ich will - durch die Dünen komme ich damit nicht. Ich entscheide mich für die Fahrt.

Und es ist super! Zu mehreren Leuten sitzen wir in dem riesigen Vehikel und genießen die Fahrt im hohen Tempo. Das ständige Auf und Ab in steilen Winkeln erinnert eher an eine Achterbahnfahrt als einer gemächlichen Wüstentour. Wir entfernen uns weit von der Lagune und fahren weit in die Wüste rein, an tollen Aussichtspunkten halten wir.
Einmal wird man sich ja schon den Vorteilen der "Spaßgesellschaft" hingeben dürfen - Huiiii!
Auf der Spitze einer steilen Düne werden die Sandboards rausgeholt und jeder, der will, darf eine Abfahrt machen. Ich will eigentlich nicht, lasse mich aber schnell dazu überreden. Natürlich lege ich mich schon nach ein paar Metern in den Sand und kullere abwärts. Aber irgendwie schafft man es ja immer...
Den besten Sturz legt eine der beiden Israelinnen hin. Sie verbringt die halbe Strecke im kullernden Zustand und ist dabei von einer Wolke aus Sand umgeben. Während wir prusten vor Lachen, sitzt sie da und prustet erst mal den Sand aus dem Mund und kann sich selbst vor Lachen kaum halten.
Danach darf ich mit dem Begleitfahrzeug eine Runde drehen. Hmm... "Das wäre das erste mal, dass ich seit meiner Führerscheinprüfung vor zwei Monaten am Steuer sitze," lasse ich den Besitzer wissen. "Na und? Hier gibst du Gas, da ist die Bremse. Viel Spaß!" bekomme ich nur zur Antwort. Nach Wochen zu Fuß und auf dem Rad kann ich mich - zugegebenermaßen - an diesem Gefährt richtig begeistern. Ich entferne mich weit von der Gruppe und genieße den Fahrtwind, der mir um die Ohren weht. Super! Während ich zu Fuß in diesem Sand nur schwer einen Schritt vor den anderen setzen kann, brettere ich hiermit mit gut 50km/h über alle Unebenheiten im Sand und komme mir schnell wie ein Blitz vor. Wow! Dieses Gerät und diese Wüste sind etwas, was ich in Deutschland verdammt vermissen werde!
Sonnenuntergang

In der Dämmerung begeben wir uns wieder auf den Rückweg. Wieder geht es wild auf und ab und nebenbei muss unser Fahrer noch per Handy mit seiner Mama telefonieren...
Ich lasse mich bereits vor Huacachina in den Dünen absetzen und setze den restlichen Weg zu Fuß zurück. Keuchend steige ich auf eine der höheren Dünen, um noch etwas vom Sonnenuntergang sehen zu können. Schlichtweg atemberaubend... Ich bleibe noch lange hier sitzen und betrachte das letzte Mal das Kreuz des Südens welches sich klar über mir am Sternenhimmel abzeichnet.
| Tag 68: |
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Laguna Huacachina |
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