San Pedro de Atacama
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Gleich an meinem ersten Tag in San Pedro laufe ich zwei Deutschen über den Weg, die auch mit dem Rad unterwegs sind. Zusammen in einer Gruppe mit drei Spaniern. Natürlich haben wir eine Menge Informationen auszutauschen. Ich spiele immer noch mit dem Gedanken von hier aus direkt auf das Altiplano nach Bolivien zu fahren. Eine Strecke, auf der es zwei Wochen lang kaum Wasser und schon gar keine Stadt geben wird. Natürlich ist es mir bei dem Gedanken an eine solche Strecke schon mehr als mulmig zumute, da ich so etwas Extremes noch nie gemacht habe. Die beiden setzen noch eins drauf und erzählen mir von einem deutschen Reiseradler, der erst vor kurzem dort oben umgekommen ist. Irgendwann fand man ihn und niemand konnte sagen, ob es die Höhenkrankheit oder ein Auto war, was ihn umgebracht hat. Nicht einmal die beiden wollen diese Strecke fahren, obwohl sie schon so einige Kilometer in Südamerika hinter sich gebracht haben. Das motiviert mich wenig. Doch mit ihnen zusammen reisen könnte ich kaum. Sie haben sehr, sehr viel Zeit und fahren dementsprechend langsam und außerdem besteht die Gruppe schon aus 5 Leuten, womit das erträgliche Maß eigentlich schon längst überschritten ist.
Ich unternehme noch eine kleine Tour in die Wüste und in den nördlich gelegenen Caņon, wo es Ruinen einer alten Inkasiedlung gibt. Ein Hund schließt sich mir an und folgt mir quietschvergnügt über einige Kilometer. Auf den holperigen Pisten ist er ständig schneller als ich und wartet an jeder Kurve ungeduldig auf mich.
San Pedro de Atacama
Am nächsten Tag treffe ich wieder auf die beiden deutschen Reiseradler und einen Österreicher, der hier wohnt, und heute mal zum Spaß auf den rund 4500 Meter hohen Hito Cajones radeln will. Er kann mir einige Tipps zur bevorstehenden Etappe geben und hat auch viel besseres Kartenmaterial als ich.
Lincanabur
Morgen früh soll es losgehen. Ich versuche noch möglichst viele Dinge zu organisieren und verabschiede mich telefonisch für eine längere Zeit von meinen Eltern. Gegen Abend fahre ich zum Valle de la Luna, welches ich mir vor der Abreise unbedingt noch einmal ansehen möchte...

...Über eine Wellblechpiste geht es auf gerader Strecke durch die Wüste bis die Szenerie hügeliger wird und ein Schild mich schließlich im Valle de la Luna - dem Tal des Mondes - willkommen heißt. Zu meiner Rechten sehe ich einen Caņon, der verlockende Qualitäten für Radler aufweist: Ein versteinertes Flussbett, auf dem es sich wunderbar fahren lässt. Ich kann nicht widerstehen und fahre in den Caņon. Zwischen schroffen und farbenreichen Felswänden hindurch schlängele ich mich mit dem Rad durch den Caņon, bis alldem durch tiefen Sand ein Ende gesetzt wird.
Ich fahre wieder zurück zur Straße und folge ihr weiter in das Valle de la Luna. Die Szenerie im Sonnenuntergang kann sicher locker mit der des Grand Canyon verglichen werden. An einer riesigen Sanddüne vorbei geht es weiter auf ein holperiges Salzplateau, dessen Boden überall verwinkelte Löcher aufweist.
Valle de la luna
Mit beginnendem Sonnenuntergang steige ich auf die Düne, von der man einen fantastischen Ausblick auf die Szenerie hat. Gegen Sonnenuntergang wird es plötzlich voll und am Fuße der Düne finden sich einige Tourenwagen und Jeeps ein. Während ich mühevoll durch den Sand nach oben stapfe, spricht mich ein gutaussehendes Mädchen auf spanisch an. Sie fragt, ob ich auch mit dem Rad da wäre. Ich bejahe. Nachdem sie erfahren hat, dass ich Deutscher bin, spricht sie mich in gebrochenem Deutsch an, dessen Akzent ich zuerst absolut nicht einstufen kann. Ob ich etwas dagegen hätte, wenn wir uns zusammen auf der Düne den Mondaufgang ansehen würden? Nein, natürlich nicht, wieso auch? Trotzdem bin ich ziemlich misstrauisch, dass sie mir so direkt diese Frage stellt. Ich schiebe es dann aber doch mehr darauf, dass die Formulierung mit sprachlichen Problemen zu tun hatte.

Sie holt noch ihr geliehenes Mountainbike von der Straße näher an die Düne heran und kommt dann wieder herauf. Von hier oben bietet sich ein noch viel beeindruckender Ausblick auf das Valle de la Luna, den Salar de Atacama, die Wüste und die große Andenkordillere. Kurz nachdem die Sonne verschwunden ist, geht der Vollmond über den Bergspitzen der Anden auf und taucht alles in ein scharfkantiges blaues Licht. Wir sitzen hier oben noch eine ganze Weile und unterhalten uns auf Spanisch über Gott und die Welt. Sie heißt Laurence und kommt aus Strassbourg. Momentan arbeitet sie im Rahmen ihres Studiums für Wasserwirtschaft in einem Umweltamt in Antofagasta und beschäftigt sich dabei besonders mit dem Salar de Atacama. Es ist ihr erstes Wochenende nach ihrer Anreise und da sie sich sowieso mit dem Salar de Atacama beschäftigt, ist sie mal kurzfristig für drei Tage nach San Pedro gefahren. Kurioserweise finden wir heraus, dass wir mit den gleichen Flügen am gleichen Tag aus Frankfurt und Santiago in Antofagasta angekommen sind...
| Tag 18: |
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San Pedro de Atacama |
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| Tag 19: |
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San Pedro de Atacama |
zusammen 53,62 km |
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