Kostenloser Anschlussflug nach Antofagasta

Am Flughafen warten wieder Unmengen an Taxifahrern und Autovermietern, die schreiend ihre Angebote der Menge unterbreiten. Als ich mein Rad endlich gepackt habe, sind deren Kehlen längst verstummt und ich fühle mich ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt. Alleine stehe ich am einzigen Gepäckband am Airport. Das Wiederzusammenbauen des Rades war gar nicht so einfach. LanChile hat es tatsächlich geschafft meinem robusten Alu-Gepäckträger einen Querschlag zu verpassen und mein Rücklicht zu zerdeppern. Nie wieder verpacke ich mein Rad!
Vorm Flughafen geht es dann los. Die Reise beginnt. Endlich bin ich wirklich in Südamerika. Und schon kommen erste Zweifel in mir hoch, ob Antofagasta wirklich die beste Wahl als Startpunkt auf meiner Reise gewesen ist. Schnurgerade verlässt eine breite Asphaltstraße den Flughafen und versinkt in den fernen Tiefen der Wüste. Bei der klaren Luft kann ich das 30 Kilometer entfernte Antofagasta schon lange vorher erkennen. Tief atme ich die neue frische Luft ein. Doch ich kann nichts riechen. Es gibt keinen typischen Geruch, wie man ihn sonst in fernen Ländern so schnell wahrnimmt. Ein scheinbar typisches Merkmal der Atacama: Nichts. Kein Geruch nach Blumen, Kräutern, Gewürzen, Früchten oder ähnlichem. Hin -und wieder einmal der Gestank von Benzin. Zahlreiche riesige Trucks amerikanischer Bauart brettern an mir vorbei. Doch meine schlimmsten Befürchtungen über den Verkehr bestätigen sich nicht. Nachdem ich anfangs den ersten Autos vor Angst auf den Seitenstreifen ausweiche, bemerke ich nach einer Weile, dass man an Radfahrern - wenn möglich - auch in diesem Land in einem weiten Bogen vorbeifährt. Es ist nicht viel dran an den Gerüchten, der man vor der Abreise immer so hört.
Die Straße ist gesäumt von großen Werbetafeln, die immer zahlreicher werden, desto näher ich Antofagasta komme. Zu Hause ist es schon spät am Abend. Hier sind es noch keine 18 Uhr und die Sonne geht bereits unter. Überhaupt muss ich mich auf so viele Veränderungen einstellen. Alleine die Tatsache, dass hier Winter ist und die Sonne über das nördliche Firmament verläuft, lässt einem die Entfernung von zu Hause noch deutlicher werden. Im Glauben "Die Wüste ist warm" habe ich mir Sandalen angezogen und die Fahrradschuhe vorne an den Lowrider gebunden.
Nein, wirklich warm ist es nicht. Schnell muss ich feststellen, dass ich ohne Jacke nicht fahren kann und beginne zu frieren. Die Vorstädte zeigen sich alles andere als einladend. Der Verkehr auf der schnurgeraden Straße nimmt beträchtlich zu. Bald habe ich mit zahlreichen Bussen, Kleinwagen und quer über die Straße laufenden Fußgängern zu kämpfen. Ein Anhalter kippt fast rücklings hintenüber in den Dreck, als er mich erblickt. Hunde jagen mich, können mir auf der dicht befahrenen Asphaltstraße aber zum Glück nur schwer folgen.

Nein, ich bin nicht begeistert. Es ist alles einfach zu neu und ich komme mir ziemlich verlassen vor.

Wirklich Problematisch wird es, als plötzlich ohne Vorwarnung mein Vorderrad blockiert! Das Fahrrad kommt sofort zum Stillstand, das Hinterrad hüpft samt Gepäck nach oben und ich "hüpfe" unfreiwillig über meinen Lenker hinaus. Ein Glück, dass meine Beine mich in einer schnellen Reaktion weich auffangen und mir in dem dichten Verkehr nichts passiert!
Das Ganze hat allerdings nur so gut funktioniert, weil - wie ich später merke - meine Gabel die meiste Stoßkraft "abgefangen" hat. Das erste Mal in "unseren" 5 Jahren nimmt mir mein Rad einen Unfall wirklich übel. Die Gabel hat einen ordentlichen Knick über den Bremsen und ist stark nach hinten verbogen. Zuerst fällt es mir gar nicht auf und ich will gleich nach dem Unfall wieder aufsteigen und weiterfahren. Dumm nur, dass das nicht geht. Der Reifen liegt an der unteren Querstrebe des Rahmens an und ich kann nur noch nach links und rechts lenken - aber nicht mehr geradeaus. Toll! Ich werde wohl kaum die ganze Zeit hier auf der Hauptstraße aus bunter Lustigkeit im Kreis fahren!
Bei der Fehlersuche entdecke ich auch recht schnell den Verursacher. Mein Linker Schuh (welcher auch sonst...) hat sich zwischen Lowrider und Speichen verheddert. Es ist zusätzlich ein Wunder, dass die Speichen und der Schuh bei diesem abrupten Stopp mit voll bepacktem Fahrrad keine Schäden davon getragen haben.
Doch jetzt stehe ich vor einem riesigen Problem. Oder realistischer ausgedrückt: Vor einem ganzen Haufen von Problemen. Wie komme ich jetzt mit einem fahruntüchtigen Rad die letzten 10 Kilometer in die Stadt? Wo bekomme ich eine neue Gabel in einem Land, in dem es nur 26-Zoll-Fahrräder gibt? Und wie komme ich überhaupt ohne Geld weiter? Bis jetzt habe ich noch keine Bank gesehen und habe nicht einen Peso in meinen Taschen. So kann ich mir auch die Möglichkeit einen Bustransports aus dem Kopf schlagen. Mist! Verdammt! Sch...!!! Fluchend schiebe, hebe und trete ich mein Rad durch die nicht enden wollende Vorstadt. Hin -und wieder gelingt es mir das das Vorderrad so weit gerade zu treten, dass ich auch ein paar Meter fahrend zurücklegen kann bis sich die Gabel wieder zurückgebogen hat. Dieser Jux hat allerdings nur zur folge, dass ich noch zwei weitere Male über den Lenker hinausfliege. Es ist zum verzweifeln! Schon längst ist es dunkel und die Vorstadt mit ihren hinter großen Mauern und Zäunen liegenden Häusern scheint mir alles andere als sicher. Kläffende Köter verfolgen mich und werden kurz darauf von umstehenden Menschen mit Steinen beworfen. Das ist allerdings die einzige Hilfe, die mir die Menschen hier geben. Und erst nachdem ich den Helm abgenommen habe, ernte ich auf meine Fragen wortkarge Antworten anstatt nur sture Blicke. Über die Hilfsbereitschaft dieser Menschen hier kann ich keinesfalls Loblieder singen. Auf meine Fragen nach der Entfernung zum Zentrum bekomme ich nur kurze Antworten mit dem Inhalt "Noch weit", oder "Nicht mehr weit". Nur ein kleines Mädchen, die ihren kläffenden Köter von mir wegzerrt spendet mir ein paar mehr Worte. Der kleine sei einmal vom Fahrrad angefahren worden und möge Radfahrer deswegen überhaupt nicht, erklärt sie mir. Dann frage ich mich allerdings, wie bei so wenigen Fahrrädern so viele Hunde schon traumatische Erlebnisse mit Fahrrädern gehabt haben wollen, dass sie so hinter mir her sind.

Ich kann die vielen Eindrücke der neuen Welt kaum verarbeiten. Und nach endlosen Torturen und endlosen Flüchen erreiche ich Stunden später endlich die Innenstadt. Inzwischen stehe ich schon ziemlich neben mir. Beim Abheben am Geldautomaten übersehe ich bei meinen beiden Geldkarten fast dreimal das Eingabefeld für die Geheimnummer und muss mir von einem Sicherheitsbeamten und einem netten Ehepaar helfen lassen. Das erste Hostal macht auf mich einen alles andere als guten Eindruck. An der zerfallenen Rezeption sitzt steif und veraltert eine hässliche Frau, die jedem Horrorfilm alle Ehre gemacht hätte. Innerlich denke ich mir schon flehend: "Bitte lass mich hier nicht übernachten, bitte lass mich hier nicht übernachten". Sie erfüllt mir meinen Wunsch. "Mit dem Fahrrad?" fragt sie krächzend und schüttelt steif den Kopf von einer Seite zur anderen. Uff!
Ich fahre noch ein Stückchen weiter bis zum Hotel Brasil und werde von einem freundlichen alten Ehepaar empfangen und die auf meine Fragen meistens eine Antwort haben.

Für heute ist der Tag gelaufen. Ich schließe mein Fahrrad ab, schleppe das Gepäck ins Zimmer und lasse mich kraftlos auf die durchgelegene Matratze fallen. Jetzt nur noch Duschen und schlafen. Zum Duschen habe ich kaum noch Kraft, zum Schlafen schwirren mir zu viele Eindrücke im Kopf herum...


Im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagen

Am folgenden Tag mache ich mich Angst und Bange auf den Weg zum einzigen Fahrradladen in der Stadt. Hier der Eintrag aus meinem Tagebuch:

Heute Morgen habe nach längerem Auskundschaften die einzige Fahrradwerkstatt hier ausfindig machen können. Da habe ich dann sicher ein paar Stunden verbracht, da hier sowieso nicht alles so schnell vonstatten geht. Es ist eben Südamerika...
Nach einigem Telefonieren ist man dann zu dem Schluss gekommen, dass es in ganz Chile keine Gabel für mein 28er-Rad gibt. Doch eine einzige gäbe es immerhin in der anderen Filiale des Ladens - angeblich sogar inklusive Ösen für den Lowrider.
Die zwei Jungs im Radladen kommen dann aber noch auf die glänzende Idee, dass man die Gabel ja wieder gerade biegen könnte. Das haben sie dann auch mit Stahlrohren gemacht und das Ergebnis ist entsprechend: Ein paar neue Defekte am Fahrrad und ein leierndes Vorderrad. Da habe ich dann gedacht: Es geht gar nichts mehr und ich kann mir die Reise abschminken...
Doch immerhin haben die beiden Jungs es so hinbekommen, dass das Rad wieder fast genauso fährt, wie vorher. Und bezahlt habe ich auch nichts dafür. Mir sind in diesem Laden sicher ein paar Nervenstränge gerissen, aber über das Ergebnis bin ich dann doch ganz zufrieden. Das Rad fährt wieder. Und nach einstimmiger Aussage soll ich es damit sogar bis ins rund 200 Kilometer entfernte Calama schaffen, wo ich sowieso hinwollte. Wenn die Gabel bis dahin alles gut durchhält, werde ich sie evtl. sogar weiter benutzen. Es ist aber noch nicht gesagt, dass die Gabel im Radladen in Calama auch wirklich allen Kriterien entsprechen wird...


Am gleichen Tag gehe ich noch ein wenig durch die Stadt schlendern. An der Plaza Mayor gibt es eine Nachbildung, die den Big Ben aus London darstellen soll. Das war's dann auch schon an Attraktionen. Doch die Unterschiede zu Europa faszinieren mich immer wieder. So muss ich in jedem Laden erst einmal herausfinden, wie ich denn bezahlen soll. Am schwierigsten gestaltet sich das Einkaufen neuer Handtücher. Die hat man mir im Flugzeug nämlich aus dem Gepäck (!) geklaut. Die Verkäuferin drückt mir einen Zettel in die Hand und verweist mich an einen kleinen Glaskasten hinter mir. Tief im Glaskasten sitzt ein alter grimmiger Zwerg, der dort seine Pfründe bewacht. Er nimmt meinen Geldschein entgegen und quittiert die Rechnung über 2 Euro als bezahlt. Erst danach darf ich meine Handtücher in Empfang nehmen.

Als ob die technischen Defekte am Fahrrad nicht genug wären, hat das Objektiv meiner Kamera Feuchtigkeit angesetzt. Von Freunden zu Hause hole ich mir übers Internet Rat. Einstimmige Meinung: Ich soll mir Silica-Gel zulegen, was Feuchtigkeit aufsaugt. Hier mein Bericht an das Reiseradler-Forum:
Nach dem Besuch im Internet-Cafe wollte ich natürlich gleich, wie mir geraten wurde, Silica-Gel für meine Kamera kaufen. Aber glaubt ihr vielleicht das ginge hier so einfach??? Von jedem Laden wurde ich weitergeschickt zu einem anderen. In so ziemlich allen Fotoläden war ich hier, in einigen wenigen Computerläden, ja - verdammt! - sogar in zwei Apotheken wurde ich geschickt! In einem kleinen Technikladen (dessen Sortiment man nicht so genau einsortieren konnte, wie bei vielen anderen hier), hat man mir gleich den kleinen Jungen des Ladenbesitzers an die Hand gegeben. Der hat mich dann bestimmt auch noch mal 10 Kilometer durch die Innenstadt geschleift und ich konnte schon fast nicht mehr auf eigenen Beinen stehen, als er die Suche (endlich!) aufgegeben hat.
Im Endeffekt habe ich das Problem mit dem von Innen feuchten Kameraobjektiv so gelöst, indem ich über Nacht einfach ein Taschentuch draufgelegt habe. Jetzt funktioniert sie wieder.

Heute Morgen wollte ich mich mal auf den Weg machen, um Landkarten und anderes Zeugs zu kaufen. In einem riiiiiesigen Einkaufszentrum (so etwas habe ich selbst in Frankreich noch nicht gesehen) läuft mir ein Kundenberater namens Raúl über den Weg. Er lässt mich nicht gehen, bevor ich nicht alles habe. Ein Gepäckband (das hat mir die Airline auch geklaut) und ein neues Kopfhörerset (ging im Flugzeug kaputt), ist schnell gefunden. Dann möchte ich gerne noch einen schönen Länderaufkleber von Chile haben, den ich dann auf eine meiner Gepäcktaschen kleben kann. Da hat Raúl sich dann richtig ins Zeug gelegt. Nachdem unsere Suche im Einkaufszentrum erfolglos war, geht er einfach mit mir in die Innenstadt. "Hast Du denn überhaupt die Zeit, um mit mir hier durch die Stadt zu schlendern?", frage ich ihn. Er antwortet nur: "Alle Zeit, die ich weg vom Arbeitsplatz bin, ist eine gute Zeit!" Leider müssen wir die Suche nach Landkarten aufgeben, da viele Läden zur Mittagszeit geschlossen haben. Irgendwie bin ich froh, dass ich ihn los bin, da ich vielen Leuten hier einfach nicht allzu sehr traue. Doch zum Abschied schüttelt er mir noch die Hand und fragt mich nach meiner E-Mail Adresse. Jetzt sehe ich erst warum er die ganze Zeit seine Linke "Hand" in der Hosentasche hatte. Sie ist ein urtümliches Gerüst aus Metall, Schrauben, Drähten und Federn. Eine Art Prothese.

Im Übrigen ist das Krankensystem hier scheinbar auch ein wenig ausgeflippt. Überall findet man riesige "Farmacias", in denen mit Medikamenten und Drogerieartikeln nur so um sich geschmissen wird. Dort wird mit Sprüchen, wie "Toma Aspirina" geworben. Ähnlich dem "Beber Coca Cola - Trink Coca Cola". Nimm Aspirin! Juchhu! Leute schieben ihre Verwandten im Rollstuhl mit den daran befestigten Blubberflaschen gegen Lungenembolie durch die Strassen. Kleine Ambulanzen werben mit Leuchtreklamen mit der Aufschrift "Abierto 24 horas!" und so weiter...

Raúl habe ich übrigens mal gefragt, wie es denn hier so mit dem Wetter ist. Heute ist es ziemlich bewölkt und die Sonne kommt erst gegen Mittag langsam wieder zum Vorschein. Wie man es von der deutschen Küste gewohnt ist, hätte es in dieser Zeit hier doch mindestens einmal regnen müssen. "Regen? Ja den hatten wir - in den letzten 3 Jahren immerhin zweimal!"

Er erwähnte auch, dass mir alle Leute nachblicken würden.
-"Wieso? Sehe ich denn aus, wie ein Nordamerikaner?"
-"Nun ja, vielleicht ein wenig". Die Nordamerikaner werden hier übrigens nicht Gringos sondern Yankees genannt. Und stolz erzählt er mir davon, wie kosmopolitisch Antofagasta doch sei. "Sind die Nordamerikaner denn nicht ein wenig unbeliebt?", harke ich nach. Nun ja, da muss er dann doch zugeben, dass viele sie doch nicht so wirklich mögen.

Und abgesehen von ein paar Ausnahmen kam mir diese Stadt bisher auch recht komisch vor. Wenn ich auf der Straße jemanden nach dem Weg frage, dann muss ich schon standhaft darauf beharren, sonst wollen mir besonders die älteren Leute keine Antwort geben. Und während ich mit dem Fahrrad und Gepäck unterwegs war, wollten erst recht die wenigsten etwas mit mir zu tun haben. Das hat sich erst gebessert, nachdem ich den Fahrradhelm abgenommen habe - eigentlich eine recht unkluge Entscheidung bei diesem Verkehr. Aber damit haben mich die Leute wenigstens wieder als Menschen erkannt.

Ganz schön arrogant finde ich auch die Haltung gegenüber meinen recht schlechten Spanischkenntnissen. Ich habe zwar in der Schule als Bester abgeschlossen und in Spanien hat man sich immer geduldig mit mir gezeigt, doch hier haben viele Leute einfach kein Verständnis dafür. Oft heißt es dann nur hinter meinem Rücken "Ach, der versteht doch sowieso nichts." Seltsam ist die Reaktion der Leute, wenn ich ihnen zu verstehen gebe, dass ich diesen Kommentar durchaus verstanden habe...

Als ich am Abend des zweiten Tages die Wäsche von der Wäscherei abhole, fällt mein Blick auf den im Sonnenuntergang daliegenden Pazifik. Ich gehe ans Ufer und genieße die frische Luft und den weiten Ausblick über die Bucht von Antofagasta. Da spricht mich plötzlich eine weibliche Stimme von hinten an und fragt mich ob die Fotos bei diesem Licht denn überhaupt was werden können. Ich hoffe doch schon, antworte ich ihr. Sie heißt Christina, kommt aus Spanien und ist seit 5 Monaten hier in Chile unterwegs - mit einem erstaunlich kleinen Rucksack! Sie erzählt mir davon, dass sie gerade aus einer Kirche geschmissen wurde, weil sie dort schlafen wollte. Geld für eine Übernachtung hat sie kaum noch, da ihr vor einigen Tagen 350 Dólares geklaut wurden und sie erst für August einen Job in La Serena in Aussicht hat. Wir stimmen beide damit überein, dass die Leute hier wirklich ziemlich "seco", also trocken sind - wie ihre Umgebung. Von Spanischer bzw. südamerikanischer Herzlichkeit und Lebenslust haben wir bisher beide wenig erfahren. Ich denke eine Weile darüber nach und schlage ihr dann vor, dass ich ihr eine Übernachtung in dem Hotel, wo auch ich untergebracht bin, spendieren kann. Im Grunde ist es ja nicht mein Geld - auch mir wurden schon hin -und wieder mal Übernachtungen von anderen Menschen spendiert. Warum also nicht?
Später muss ich noch Proviant für die Wüstendurchquerung einkaufen. Sie ist mir dabei eine große Hilfe und zeigt mir, wo man am billigsten an welche Nahrungsmittel kommt und was man sonst noch so außer meinen gewohnten Produkten essen kann. Da wären Harina Tostada, geröstetes Mehl, das man als Müsli-Ersatz nehmen kann, Kakteenfrüchte und andere Nahrungsmittel, die ich nie zuvor gesehen habe. Sie ist ein wunderbarer Guide, den ich mir schon am ersten Tag hier gewünscht hätte. Über ihr Plappermaul unterhalten wir uns viel mit den Verkäufern auf dem Markt und hören viel von den interessanten Verkäufern, die oftmals aus Bolivien oder Peru kommen.

Tag 9:
Flughafen - Antofagasta
ca. 30,00 km
Tag 10:
Antofagasta
Tag 11:
Antofagasta


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