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Ab in die Pampa
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Der Morgen ist stressig. Sindy, Donat und ich wollen noch unsere Flüge gebucht haben bevor wir in die Pampa aufbrechen. Ich bekomme noch einen einzelnen Platz auf dem Flug in 4 Tagen mit den Transportes Aereos Militares. Die Dame am Schalter bringt mich fast zum Wahnsinn. In aller Ruhe bastelt sie mit Vorlage und Bleistift für jeden Passagier das entsprechende Ticket und die Zeit rennt. Als ich sie dann noch zweimal frage, wie das denn mit dem Transport meines Fahrrades aussieht, antwortet sie mir nur zweimal: "Es sind nur 15 Kilo erlaubt." Dann lasse ich sie wissen, dass die Dame in La Paz mir gesagt hat, dass es auch geht, wenn ich mehr bezahle. "Das geht auch" antwortet sie mir knapp und trotzig.
In einem der Restaurants schieben wir uns noch schnell was zu essen rein und gehen dann zum Tourenveranstalter. Hans ist total happy, weil er heute Morgen noch seine Lenkertasche wieder gefunden hat.
Gauchos
Über eine holprige Fernpiste geht es per Jeep nach Santa Rosa. Mit in der Gruppe sind Froydis und Raw aus Norwegen, Laura und Amy aus Finnland, Andrea aus der Schweiz und wir vier: Hans, Sindy, Donat und ich.
Der Jeep ist schon recht altersschwach und überall dringt an offenen Ritzen der Staub von der Piste herein. Nach 3 Stunden erreichen wir endlich den Anleger von Santa Rosa. Ich treffe schon wieder Fernando und zusammen fotografieren wir die immer wieder aus dem Wasser auftauchenden Flussdelfine. Beim Blick auf die zahlreich am Ufer liegenden Alligatoren gibt er mir noch einen guten Rat auf den Weg: Die Alligatoren wären gar nicht so gefährlich, ich solle mich viel mehr vor den "Chicas" in Acht nehmen. Ich werd's mir zu merken...
Riesige Meerschweinchen?

Nach längerer Wartezeit kommt unser Guide Roberto mit seinem Boot an. Die alte Gruppe steigt aus und wir steigen ein. Dann geht es flussaufwärts durch eine beeindruckende Tierwelt mit Unmengen von Alligatoren, Schildkröten, Paradiesvögeln und Kaimanen. Aber am beeindruckendsten sind wohl die Capybaras (Wasserschweine) - "Meerschweinchen" von der Größe eines Schäferhundes - und die zahlreichen kleinen Äffchen. Besonders interessant wird es, als Roberto das Boot neben dem buschigen Ufer zum Halten bringt und eine Horde der kleinen kreischenden Ungeheuer auf uns zukommt. Als er dann auch noch ein paar Bananen zückt, ist es um die kleinen Felltiere endgültig geschehen. Einer nach dem anderen stürmen Sie auf die hochgehaltene Banane zu. Es bricht vollkommene Anarchie zwischen den Äffchen aus. Nach dem Motto "Jeder für sich, eine gegen alle" zerren, kratzen und beißen sie sich um die Banane, bis sie eine nach der anderen vertilgt haben. Kaum halte ich eine Banane in der Hand, bleibe auch ich nicht verschont. Ein Knirps läuft mir den Arm rauf und runter weil es ihn unglaublich wurmt, dass einer seiner Kollegen vor ihm an die Banane herangekommen ist...

Nach zweieinhalbstündiger Fahrt kommen wir in unserem Camp an und haben genügend Zeit unsere Sachen auszupacken. Wir wohnen in offenen Holzräumen, die durch Moskitonetze geschützt sind. Auch jedes Bett hat noch einmal sein eigenes Moskitonetz um einigermaßen Schutz vor den kleinen Plagegeistern zu bieten.
Zum Sonnenuntergang fahren wir noch weiter flussaufwärts zu einem anderen Camp um von dort einen Blick über die Pampa schweifen zu lassen (und Bier "einzukaufen"). Nach dem Abendessen geht es noch einmal raus auf den Fluss. Roberto möchte uns die nächtliche Tierwelt zeigen. Erst jetzt wird uns bewusst, wie unglaublich viele Alligatoren hier im Wasser liegen. Mit der Taschenlampe kann man überall ihre leuchtenden Augen auf der Wasseroberfläche ausmachen. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis folgt erst einmal ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer.
Frühstück
Am Morgen geht wieder die Attacke der kleinen Äffchen los. Sie haben den Komposthaufen gefunden und können gar nicht genug von den Resten bekommen. Wir frühstücken um 7.30 Uhr und danach geht es mit dem Boot flussaufwärts zu einem kleinen Anleger - wir wollen im Sumpf nach Anacondas suchen. Vor uns liegt eine weite mit Schilfgras überwachsene Ebene. Nach einer Weile trockenen Fußmarsches setzen wir unseren Weg durch den Sumpf fort. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die nassen Füße und bei jedem Schritt an das schmatzende Geräusch. Wir laufen schon eine ganze Weile, als von hinten Sindys Stimme kommt: "Donat, ich glaub' hier so'n Viech." Roberto hüpft sofort in großen Sprüngen zu ihr, er packt die Schlange am Ende und schleudert sie einige Male um seine eigene Achse. Ein bisschen verwirrt beobachten wir ihn. Was macht er nur mit dem armen Tier? Will er ihr ein Schleudertrauma verpassen? Nach einigen Umdrehungen hat er ihren Kopf endlich gepackt und zeigt sie uns. "Nur eine Cobra Anaconda, die ist ungiftig." Cobra Anaconda? Nie von gehört... Die arme Schlange. Wie oft mag sie in ihrem Leben wohl schon von Touristen hin -und her geschleudert worden sein?
Der Sumpf
Es sieht so aus, als wenn Roberto jetzt vom Ehrgeiz ergriffen wurde. Es kann ja nicht sein, dass eine einfache Touristin VOR ihm eine Schlange findet! Wir setzen den Weg fort und eifrig sucht er nach einer weiteren Schlange. Und gar nicht so lange danach wird er fündig. Stolz zeigt er uns die riesige im Gras liegende Anaconda, die er gefunden hat. Und wird prompt von ihr gebissen! Das kann er sich natürlich nicht bieten lassen. Er zieht die kleinen Zähne wieder aus seinem Daumen und hält die Schlange mit seinem Stock fest.
Am nächsten Morgen wissen scheinbar sämtliche Touristenführer der Pampa bescheid und erkundigen sich besorgt nach dem Zustand von Robertos Daumen...
1:0 für die Anaconda
1:1 für Roberto
Mit trockenen Kehlen machen wir uns dann auf den Rückweg zum Boot. Die Mittagshitze macht sich langsam bemerkbar und wir legen erst einmal eine Siesta im Campamento ein.
Gegen Abend geht es wieder auf den Fluss - wir wollen unser Glück beim Fischen von Piranhas versuchen. Nun ja, davon haben wir nicht allzu viel... Selbst ich als eigentlich überzeugter Vegetarier, und nach einer Weile sogar Laura als noch überzeugtere Vegetarierin, versuchen unser Glück, da wir nicht "befürchten" doch etwas an den Haken zu bekommen. Hans fängt ständig Äste und das in solchen Massen, dass wir uns langsam wundern, wer die da unten alle an seinem Haken befestigt. Der einzige Glückspilz ist Donat: Er fängt einen winzigen Piranha, der mal kurz einen Blick auf den Köder werfen wollte - er hat den Haken ins Auge bekommen. Die anderen sind schlauer und knabbern zu unserer Zermürbung einen Köder nach dem anderen von den Haken. Und selbst bei mir zieht es plötzlich an der Schnur.
Ich ziehe, ziehe, ziehe und wundere mich über das klobiges unheimliche Tier was ich da plötzlich aus dem Wasser ziehe: Ein riesiger Flusskrebs von gut 10cm Durchmesser! Mir ist der Appetit vergangen! Zurück ins Wasser damit...
La Pampa
Am folgenden Morgen werden wir um 6.30 Uhr von Roberto geweckt, um noch rechtzeitig den Sonnenaufgang zu beobachten. Wir sind spät dran. In aller Eile hüpfen wir ins Boot und machen uns auf den Weg zu einer kleinen Anlegestelle. Über das glitschige steile Ufer steigen wir hoch ins Gebüsch und dahinter finden wir uns in einer großen Pampa-Ebene wieder. Die ersten Sonnenstrahlen lugen schon über den Horizont und in großen Schritten rennen wir durch das hohe Gras um einen besseren Blick auf die aufgehende Sonne zu erhaschen. Innerhalb kürzester Zeit steigt sie nach oben und taucht die tief liegenden Nebelschwaden der Pampa in ein unheimliches Licht.
Heute ist unser letzter Tag in der Pampa. Wir frühstücken noch und fahren danach mit dem Boot weiter flussaufwärts, wo Roberto uns noch weitere Tiere zeigen will. Wir treffen auf ein paar Tümmler und an anderer Stelle sind bereits zwei andere Reisegruppen, von denen einige Leute von den Booten in das morastige Wasser zu den Tümmlern springen. Es heißt zwar, dass die Tümmler sämtliche Alligatoren und Piranhas in ihrer Umgebung verjagen, doch keiner aus unserer Gruppe möchte diesem Gerücht Glauben schenken. Zu tief sitzt mein gestriger Eindruck, als wir aus Spaß ein Brötchen uns Wasser geworfen haben: Innerhalb von Sekunden blubberte das Wasser um das Brötchen herum und eine Minute später war es von den scharfen Zähnen der Piranhas zerkleinert und verschlungen...
Auge um Auge...
...Kralle um Kralle (Capybara)
Nach dem Mittagessen geht es leider schon zurück nach Santa Rosa, wo wir in den Jeep umsteigen und fast die ganze Fahrt über von den wenigen guten südamerikanischen Schokoladensorten schwärmen. Es ist doch irgendwie seltsam, wie sich die Prioritäten auf einer solchen Reise verändern...
Auf halbem Weg halten wir an einer Farm, wo man uns ein 7 Meter langes Prachtexemplar einer Anaconda zeigen möchte. Dumm nur, dass letzte Nacht jemand das Gatter zu ihrem Gehege offen gelassen hat und die Anaconda sich dann auf ihrem "Morgenspaziergang" davongemacht hat. Die Rinder auf den Wiesen werden es ihm danken.
Unsere Pampa-Tour ist hier schon zu Ende und die Wege unserer Gruppe trennen sich wieder - doch nur bis heute Abend, wo wir einen schönen Abend in der Bar "Moskkito" mit Billard und den üblichen Südamerikanischen Cocktails verbringen werden.
Die Anaconda-Farm
| Tag 48: |
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Rurrenabaque - "Pampa" |
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| Tag 49: |
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"Pampa" |
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| Tag 50: |
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"Pampa" - Rurrenabaque |
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