Kurs 354° - Der stille Ozean
|
|
Hinter Colcha K sind es noch 22 Kilometer auf sandiger Piste bis zum Ufer des Salar de Tunupa. Schon lange fiebere ich diesem Abenteuer entgegen: Meiner Fahrt über den größten Salzsee der Erde.
Noch bevor ich das Ufer erreiche, bläst mir kalter Wind ins Gesicht. Ich nehme Abkürzungen durch matschige Salzbuchten und erreiche gegen Mittag endlich die Zufahrt zum Salar. Der Salar ist den ganzen Sommer über von Wasser bedeckt, dessen letzte Reste die Wintersonne erst vor einem Monat verdunstet hat. So kommt es, dass das Ufer noch ziemlich matschig ist und ich den Zufahrtsdamm auf den Salzsee nehmen muss. Kurioserweise sehe ich hier das erste Mal Asphalt, allerdings hat der ziemlich unter den jährlichen Überschwemmungen gelitten und ist nur so mit Schlaglöchern übersät. Nach drei Kilometern kann ich den Damm verlassen.

Hier ist das Salz fest wie Beton und so eben, wie ich es nie auf einer Straße in Bolivien hatte. Ich kann meine Faszination über diese Landschaft kaum in Worte fassen. Nach einiger Zeit breitet sich um mich herum überall das weiße Salz bis zum Horizont aus. Ich bin kein großer Fan von Sonnenbrillen, doch ohne die wäre ich hier verloren. Die unzähligen Salzkristalle spiegeln das Licht der Sonne so stark, dass ich ohne Sonnenbrille keine Konturen mehr erkennen kann. Obwohl ich wegen der Kälte in dicken Winterklamotten unterwegs bin, muss ich jeden Fleck nackter Haut regelmäßig mit Sonnenschutzcreme Lichtschutzfaktor 40 einreiben, um mir auf der langen Fahrt über den Salar keine Verbrennungen zuzuziehen. Selbst mit der Sonnencreme wird die Haut an den Händen mit der Zeit ledrig.

Ich kann mich gar nicht genug begeistern an der Leichtigkeit des Vorwärtskommens und der unglaublichen Atmosphäre hier. Der Wind hat sich inzwischen gelegt und ich höre nur noch das leise Surren meiner Reifen auf dem Salz. Immer wieder blicke ich über den leeren Horizont und kann in der Ferne kleine Hügel ausmachen, die in Wirklichkeit mehrere tausend Meter hoch sind.
Schon 40 Kilometer vor der Ankunft kann ich die Isla Inkawasi als kleinen Punkt am Horizont ausmachen. Diese kleine Insel, mitten auf dem Salzsee, soll mein Tagesziel sein. Außer dem Kompass und der Sonne habe ich keine weiteren Hilfsmittel. Der Fahrradcomputer lief in den vergangenen Tagen sehr unzuverlässig. Mal funktionierte er, dann mal wieder nicht. Ausgerechnet heute hat er sich mal wieder dazu entschieden seinen Geist aufzugeben und so muss ich die gefahrenen Kilometer mit meiner Uhr und Winkelberechnung zu den Bergkuppen schätzen. Im Grunde muss ich mich immer nur einen Kurs von 354° zur Insel halten.
Nach etwa drei Stunden Fahrt wird die Insel langsam größer. Aus der Ferne wirkt sie mit ihren vielen Kakteen wie ein gigantischer im Salzsee liegender Igel. Ich bekomme wieder "Land" unter die Räder und befinde mich prompt wieder unter Menschen.

Auf der Insel gibt es eine kleine Herberge, die von Alfredo und seiner Frau betrieben wird. Die Touristen der Jeep-Touren dürfen hier nicht übernachten und da heute keine weiteren Individualtouristen hier sind, bin ich der einzige Gast. Gegen Abend fährt auch der letzte Jeep zurück in Richtung Festland und nun sind nur noch ich und einige Einheimische auf der Insel. Ich bin absolut begeistert von meiner Unterkunft. Sie ist aus festem Stein und löchrigem Kakteenholz mitten in den Fels gebaut. Alfredo bringt mir sofort das Gästebuch herein und fragt woher ich denn komme. "Deutschland? Komisch, da kommen fast alle Radreisenden her", antwortet er mir lachend. Ich falle fast vom Glauben ab, als ich die vielen Einträge im Gästebuch lese. Der letzte Radreisende (übrigens ein Japaner) war erst vor zwei Tagen da und ich entdecke so einige bekannte Gesichter und Namen. Eine Lektüre für Tage! Da ist zum Beispiel der "Lemlem"-Peter, dessen faszinierender Bericht über den Salar mich schon vor einem Jahr einfach nicht losgelassen hat. Wie ich später erfahre, ist er auf seiner Welttour inzwischen in Bangkok angekommen. Dann sind da noch ein älterer Hamburger, der auch erst vor kurzem hier war, und zwei Gesichter, die mir verdammt bekannt vorkommen...
Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen, als ich ihren Beitrag lese: "Sasa: Turnschuhe gehören an die Füße oder hinten aufs Gepäck. Genieß die Reise."
Ich glaube es nicht! Da sitze ich hier auf dieser Insel und finde im Gästebuch eine Nachricht für mich! Sie stammt von Walli und Steffen, zwei deutschen Reiseradlern, die ich durch das Internet kennen gelernt habe. Aus einem Treffen ist leider nichts geworden, da vor einer Woche noch zuviel Schnee zwischen uns lag. Nur müssen die beiden mich dann vor der ganzen Reiseradler-Gesellschaft auf dem Salzsee lächerlich machen?
|
Aus dem Gästebuch der Isla Inkawasi:
13 Tage dauerte die Reise von Hito Cajon bis zur Kactusinsel. Ich habe viele (10) Tourenradler angetroffen, aber nur 2 davon hatten ihre Räder dabei! Warum?
War es zu kalt? (-15° Celsius bei den Geysirs) War es der schreckliche Wind? (7km in 4 Stunden am Paso Sico) War die Straße zu hügelig? (Mein Rücken schreit nach Asphaltstrassen) War es das Wetter? (Gestern Regen und heute etwas Schnee)
Trotz allem die bisher schönsten Kilometer in Amerika (CA, USA, MEX, GUAT, HOND, EL SAL, NIC, C-RICA, PAN, PERU, CHILE, ARG und PARAG) 2.Juli 2002
|

In der Dämmerung steige ich über scharfkantiges Vulkangestein und durch meterhohe Kakteen auf den Gipfel der Insel. Um mich herum bietet sich ein grandioser Ausblick auf dieses weiße Meer, das in der untergehenden Sonne in den verschiedensten Farbtönen schimmert. Im Salz sind die Spuren der Jeeps zu erkennen, die sich in lang gezogenen Linien im Osten, Westen und Norden verlieren. Die Spur, die sich im Osten im dunklen Horizont verliert, werde ich morgen befahren.
Weit im Norden ist der heilige 5820 Meter hohe Vulkan Tunupa zu erkennen. Er ist der Ursprung des Tunupa-Mythos, der eine Art Christus der Aymara darstellt. Langsam versinkt die Sonne hinter den etwa 4500 Meter hohen Hügeln im Osten - dort, wo Chile liegt. Ich sitze noch eine weile hier oben und genieße den Anblick des Sternenhimmels. Der Helle Streifen der Sonnendämmerung verschwindet langsam am Horizont und mehr und mehr Sterne zeigen sich. Die Milchstraße ist klar zu erkennen und zieht sich von einem Horizont zum anderen. Wieder bin ich erstaunt, wie viele dicht beieinander liegende Sterne man hier erkennen kann. Noch nie habe ich einen solchen Sternenhimmel gesehen.
Im Licht der Sterne suche ich mir meinen Weg zurück zur Herberge. In der Küche des Restaurants kaufe ich noch etwas Brot. Die Angestellten sitzen in gemütlicher Runde vor ihrem wärmenden Ofen und fragen, ob ich mich zu ihnen gesellen möchte. Auch Alfredo fragt mich, ob ich mich zu seiner Frau und ihm setzen möchte, doch ich lehne ab. Heute Abend möchte ich diese unheimliche Stille hier draußen genießen, diesen Frieden dieser Insel, den es sonst nirgends in dieser Form zu geben scheint. Nach einer Weile ziehe ich mich in mein Zimmer zurück. Im Kerzenlicht lese ich noch ein wenig im Gästebuch und genieße den Ausblick auf die still in der Dunkelheit liegende Fläche des Salzsees.

Ich schlafe schön aus und genieße am Morgen den Blick auf den wieder blendend hell daliegenden Salar. Schon haben sich die ersten Touristen eingefunden, doch von Hektik kann nicht die Rede sein. Alfredos Frau bereitet mir ein tolles Frühstück, obwohl es ihr an diesem Morgen gar nicht so gut geht. Zumindest lässt sie mich immer wieder wissen, wie schlimm ihre Kopfschmerzen seien. Da ich noch genug Medikamente dabeihabe, drücke ich ihr eine Paracetamol in die Hand. Sie scheint darauf geradezu spekuliert zu haben und wird schnell wieder gesprächig. Wie toll die deutschen Medikamente doch seien, sagt sie mir und ob ich nicht noch ein paar Tabletten mehr hätte. Aha! So läuft der Hase also...
Ich will es nicht übertreiben und drücke ihr anstatt der gewünschte sechs lieber nur zwei weitere Tabletten in die Hand. "So was gibt es hier in Bolivien nicht" sagt sie mir mit freudigem Blick auf die Tabletten.
Alfredo fragt mich, ob ich auch einen Eintrag in das Gästebuch gemacht habe. Na klar habe ich das! Ich habe sogar alle E-Mail-Adressen der letzten Jahre herausgeschrieben und sie in einer Liste zusammengefasst. Vielleicht werde ich dem ein oder anderen Reiseradler mal zu schreiben und ihn nach seinen Erfahrungen auf dem Salar fragen. Einige Leute im Gästebuch haben durchaus interessante Möglichkeiten der Anreise entdeckt. Alfredos Frau erzählt mir davon, dass erst vorgestern ein paar verrückte Spanier zu Fuß hierher gekommen wären. Drei Tage hätten sie vom Festland aus gebraucht! Der Höhepunkt waren eine Politiker-Delegation mit einem Helikopter und ein paar "Gringos" in einem Heißluftballon. Außerdem kämen auch hin -und wieder Touristen mit einer kleinen Propellermaschine, die von Cochabamba kommend, auf dem Salar landet. Diese verrückten Touristen würden für den Flug 300 US$ pro Nase bezahlen, sagt sie mir ungläubig. Und schon schwenkt sie auf ein anderes Thema um und fragt mich, ob ich von dem Salzhotel gehört habe. Da würden sie von den Touristen 50 US$ für die Nacht verlangen, während sie auf ihrer Insel nicht einmal 5 US$ inklusive Abendessen und Frühstück nimmt.

Ich verlasse die Insel in Richtung des Salzhotels auf Kurs 106°. Zuerst begleitet mich eine Weile lang der Sohn von Alfredo seinem Hund und Fahrrad. Es muss ein seltsames Leben hier sein. Während ich mich mit Sonnenbrille, Sonnencreme und einem High-Tech-Rad vor dem hellen Salar schütze und diese Tour als eine große Herausforderung im Leben betrachte, radelt er quietschfidel einmal um die Insel, als wenn es das normalste im Leben wäre.
Langsam wird die Insel immer kleiner und verschwindet schließlich ganz hinterm Horizont. Ich befinde mich wieder auf der weiten weißen Fläche. Heute muss ich mich weniger nach dem Kompass richten, da ich einer recht gut erkennbaren Spur folgen kann. Ich muss mich immer wieder vor den gefährlichen "Ochos" im Salz in Acht nehmen. Diese so genannten "Augen" sind Löcher im Salz, die bis zu einem halben Meter breit sind und sehr tief sein können. In ihnen blubbert klares Wasser aus gespenstisch anmutenden Höhensystemen, die sich in der Dunkelheit verlieren. Das Wasser stammt überwiegend aus dem Río Huajala, der noch vorm Salar im schlammigen Erdreich versickert und hier auf dem Salar in einigen Abschnitten wieder durch die Salzkruste nach oben sickert. Um die Ojos herum, ist das Salz teilweise matschig wie am Ufer. Für schwere Fahrzeuge besteht angeblich Einsackgefahr. Ich hoffe, dass man mein Fahrrad nicht als schweres Fahrzeug betrachtet, denn ich hätte nur sehr wenig Lust in einer bis zu 7 Meter dicken Salzschicht zu versinken.
Einstmals gehörte der Salar übrigens zu dem riesigen Binnenmeer Lago Minchíns, das vor Jahrmillionen austrocknete und viele Salzseen sowie den Lago Titikaka zurückgelassen hat.

Immer wieder fahren in langsamer Geschwindigkeit Touristenjeeps mit laufenden Kameras an mir vorbei oder halten gar, damit man Fotos von mir machen kann...
Ich trinke viel und lege zu jeder vollen Stunde eine Pause von 10-15 Minuten ein. So komme ich bequem voran und gegen Mittag erblicke ich langsam das Hotel de Sal, was ich eineinhalb Stunden später erreiche. Es sind keine Touristen hier, doch vor dem Hotel sitzt eine bolivianische Familie. Sie fragen mich, ob ich hier übernachten möchte und bieten mir einen Sonderpreis von nur 10 US$ pro Nacht an. Das Salzhotel wäre sicher ganz interessant, doch ich möchte unbedingt auch mal eine Nacht auf dem Salar zelten. Ich entferne mich noch ein wenig vom Hotel und der Fahrspur und schlage mein Zelt etwa einen Kilometer entfernt davon auf.
Wie gut, dass ich mir von der Insel einen Stein mitgenommen habe. Ohne den hätte ich keinen einzigen Hering in das Salz bekommen, das hart wie Eis ist. Es reicht einen Hering nur 1-2cm in das Salz zu schlagen, dann sitzt er bombenfest. Immerhin erfordert es einige Ausdauer und danach schmerzt meine Hand von den vielen Schlägen.
Die Sonne nähert sich langsam dem Horizont. Wieder kommen die tollsten Farbtönungen zum Vorschein und die Salzausblühungen bilden aus dem Salar im flach einfallenden Licht ein Netz unzähliger Waben. Ich koche Spaghetti und salze sie reichlich. Zum Spaghetti kochen ist es hier perfekt und an Salz werde ich so schnell keinen Mangel leiden...
Wieder bildet sich ein eindrucksvoller Sternenhimmel über mir und am Ufer sind die schwachen Lichter des nur 13 Kilometer entfernten Colchani zu erkennen. immer wieder sehe ich Lichtpunkte über den Salar gleiten. Es sind kleine Trucks, die den Salar als gute Straße benutzen. Meine größte Befürchtung ist, dass einer von ihnen in der Dunkelheit über mein Zelt fahren könnte, doch so weit kommt es zum Glück nicht. Außerdem wäre das bei solch geringem Verkehr und einer großen "Straßenbreite" wie der des Salar schon ziemliches Unglück.
Ich bin früh schlafen gegangen. Ausgerechnet um 5 Uhr morgens halte ich dem Druck meiner Blase nicht mehr aus und ich muss nach draußen! Ich mache mir nicht die Mühe mich anzuziehen und gehe bei -20°C in Unterhose aus dem Zelt. Ich möchte nur schnell meine Blase entleeren. Ich denke schon, dass ich hier festfrieren werde, bis sich meine Blase nach endlos langer Zeit entleert hat. Im Osten ist schon das helle Band der um 7 Uhr aufgehenden Sonne zu erkennen. Ich verkrieche mich schnell wieder im 6°C warmen Zelt und schlafe noch bis 9 Uhr weiter.
Nach einem kurzen Frühstück schwinge ich mich wieder auf mein Fahrrad und fahre die letzten Kilometer bis zum Ufer nach Colchani. Colchani lebt fast nur vom Salzabbau und überall am Ufer haben die Saltiņeros große Salzhaufen aufgeschüttet. Durch die hohe Beanspruchung ist das Salz hier ziemlich dreckig und langsam geht es in feste Erde über. Ich bin wieder auf dem "Festland" und habe das Abenteuer Salzsee hinter mir.

Den touristischen Einfluss hier bekomme ich sofort zu spüren. Ein kleiner Junge kommt auf mich zu und ruft: "Eh, Gringo! Gib mir Caramelbonbons." Ich habe nur gesunde Fruchtbonbons, was er mit einer unzufriedenen Grimasse quittiert.
Neben und auf dem Bahndamm geht es auf einem mäßigen Weg nach Uyuni. Meine Annäherung an die Stadt verläuft scheinbar proportional zur Vervielfachung des herumliegenden Mülls: Die ganze Stadt ist von einem Ring aus Müll umgeben. Im den kleinen Dörfern im Südwesten Boliviens habe ich bis jetzt nie Müll herumliegen sehen.

Ich weiß nicht, was ich mir von dieser Stadt versprochen habe, aber meinen Erwartungen von einer "Stadt" wird sie nur wenig gerecht. Alles wirkt immer noch sehr dörflich. Um nicht von den Leuten total verdutzt angesehen zu werden, was sowieso schon der Fall ist, nehme ich lieber den Helm ab und fahre über breite staubige Straßen ins Zentrum. Verkehr gibt es praktisch keinen. Nur selten sieht man ein Auto und wenn, dann ist es meist ein Touristenjeep, ein Bus oder ein Camión (kleiner LKW). Die Straße gehört mir.
Ich möchte wenig Zeit hier verbringen. Zuviel Zeit habe für die schlechten Pisten im Süden Boliviens verbraucht und ich möchte unbedingt noch etwas vom Dschungel und dem Tiefland Boliviens sehen. Von daher habe ich mich entschlossen von hier nach La Paz einen Bus zu nehmen.
Der Besitzer des Hostals an der Bushaltestelle kommt auf mich zu und spricht mich freundlich an. Ich könne mein Rad für 2 Bolivianos (ca. 25ct) bis heute Abend bei ihm abstellen, er würde drauf aufpassen. Außerdem fährt er heute Abend auch nach La Paz und hilft mir beim Kauf eines Bustickets. Danach bekomme ich in seiner Küche einen wundervollen Bananen-Shake für nur 2 Bolivianos. Ich genieße nach langer Zeit mal wieder die Annehmlichkeiten einer "Stadt", gehe essen, ins Internet-Café und verschicke Postkarten, die ich schon vor zwei Wochen in Chile geschrieben habe, aber auf dem Weg hierher nirgends abschicken konnte. Außerdem lasse ich den Stempel in meinen Reisepass auf 90 Tage verlängern. Dafür brauche ich vier Kopien und wie es der "Zufall" zu will ist gleich neben der Migración ein Copyshop. Für 4 Kopien will man 80 haben. Ziemlich teuer, denke ich mir. Aber ich habe mich schon damit abgefunden, dass man mich hier übers Ohr hauen wird, wenn schon die Aufenthaltsverlängerung nichts kostet. Der Verkäufer sieht mich ziemlich verdutzt an, als ich ihm 100 Bolivianos (12,50 EUR) in die Hand drücke: "Geht es nicht auch etwas kleiner?" fragt er verklemmt. "Wieso, die wollten doch 80 Bolivianos haben, oder?" antworte ich gereizt. Der Verkäufer kommt ins Lachen und klärt mich auf, dass er nur 80 Centavos haben wollte. 10 Cent!
Gegen 20 Uhr geht es mit einiger Hektik in den vorm Hostal stehenden Bus. Mein Rad und das Gepäck bekommen sogar ein eigenes Gepäckfach und ich muss keinen Aufschlag bezahlen. Zur Vorsicht - denn ich habe schon viel Schlimmes über Diebstahl in den bolivianischen Bussen gelesen - schließe ich mein Rad im Gepäckraum fest.
Der Bus ist gar nicht so kalt, wie es alle Leute behauptet haben. Dafür gibt es gar keinen Platz, denn die Passagiere "kuscheln" dicht gedrängt aneinander. Neben mir sitzt eine Frau mit Kleinkind, das im Schlaf immer wieder auf mich rutscht und im Gang links von mir sitzt ein Jugendlicher, der ganz fasziniert von meiner Ausrüstung ist. Ganz besonders toll findet er meine LED-Stirnlampe und kann es gar nicht glauben, dass die mit einem Satz Batterien 2 Wochen lang brennen soll. Als Gegenleistung leiht er mir seinen Discman, der die Schlaglöcher, durch die der Bus fährt, besser verkraftet als meiner. Und wiederum als Gegenleistung stelle ich meine Kopfhörer, Batterien und CDs zur Verfügung. Denn der Junge ist zwar ganz stolz auf seinen Discman, hat allerdings weder CDs, Batterien oder Kopfhörer. Jetzt müsse er sich nur die noch Kopfhörer zulegen, sagt er mir fröhlich.
Unser Musikgenuss wird allerdings durch den halsbrecherischen Fahrstil des Busfahrers und die schlechte Fahrbahn getrübt. Und um das alles noch zu toppen, lässt er den ganzen Abend über seine plärrenden bolivianischen Songs über den Buslautsprecher laufen. Zum Schlafen komme ich jedenfalls nicht...
| Tag 31: |
 |
Colcha K - Isla Inkawasi |
-Tacho defekt- |
| Tag 32: |
 |
Isla Inkawasi - Salar cerca Hotel de Sal |
-Tacho defekt- |
| Tag 33: |
 |
Salar cerca Hotel de Sal - Uyuni - Autobús a La Paz... |
-Tacho defekt- |
|